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Energie

Breiter Klimaprotest im Rheinischen Revier

Der Ausstieg aus der Kohle geht vielen Umweltschützern zu langsam. Darauf machen sie im Tagebau Garzweiler aufmerksam. Auch Bayerns Ministerpräsident fordert schnelleres Handeln.

24.06.2019

Von DPA

Tausende fordern am Rande des Tagebaus Garzweiler mehr Klimaschutz. Foto: Federico Gambarini/dpa

Erkelenz. Mehrere tausend Menschen haben sich am Wochenende an Protesten für mehr Klimaschutz im rheinischen Braunkohlerevier beteiligt. Nach Angaben der Initiative „Ende Gelände“ waren an den drei Tagen rund 6000 Menschen an Blockaden des Tagebaus Garzweiler und von Bahnlinien zu zwei Braunkohlekraftwerken beteiligt. Am Freitag hatte es eine von der Bewegung „Fridays for Future“ organisierte Demonstration in Aachen mit 40 000 Teilnehmern gegeben.

Nach dem Sturm mehrerer Hundert Klimaschützer in den Braunkohle-Tagebau Garzweiler war die Polizei 48 Stunden lang im Dauereinsatz. Vielfach wurden Aktivisten von dem Betriebsgelände des Energieversorgers RWE entfernt. Die Räumung des Tagebaus, von Bahngleisen zwischen den Kraftwerken Neurath und Niederaußem und eines besetzten Hauses in der vom Tagebau bedrohten Ortschaft Morschenich dauerte bis Sonntagnachmittag.

Katrin Henneberger, Sprecherin der Initiative Ende Gelände, bestätigte den Abzug. „Am Morgen war es kurz zu einer Eskalation mit der Polizei gekommen. Die Beamten hatten eine Gruppe eingekesselt, obwohl alle Beteiligten wie verabredet und angekündigt gegen 10 Uhr den Bereich räumen wollten“, sagte sie.

Nach offiziellen Angaben vom Samstag wurden acht Beamtinnen und Beamte verletzt, als Demonstranten Sperren durchbrachen. Die Behörde habe auch von Berichten zu verletzten Demonstranten gehört, die hätten sich aber nicht bei der Polizei gemeldet. Insofern habe man keine gesicherten Informationen. Auch gebe es noch keine exakten Angaben, wie viele Demonstranten in Gewahrsam genommen wurden. In Jackerath hatte es am Samstagabend den Versuch einer Gefangenenbefreiung gegeben.

Trotz aller Warnungen waren Demonstranten auch die Abbruchkanten am Tagebau rauf- und runtergeklettert. Die Polizei ermittelt wegen des Vorwurfs des Hausfriedensbruchs, Gefangenenbefreiung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Hinweise auf Straftaten seitens der Polizei würden geprüft, sagte eine Polizei-Sprecherin. Vereinzelt waren auf Videos im Internet Schläge ins Gesicht von Demonstranten bei Räumungen zu sehen. Viele Beteiligte gehören zum Bündnis Ende Gelände, das mit Aktionen des zivilen Ungehorsams für einen sofortigen Kohleausstieg in Deutschland und für Klimagerechtigkeit weltweit eintritt. RWE nannte zum Ende des Aktionswochenendes das Eindringen der Aktivisten in einer Mitteilung „unverantwortlich und widerrechtlich“.

Einen vorgezogenen Kohleausstieg 2030 und damit acht Jahre vor dem bisher geplanten Datum forderte am Wochenende CSU-Chef Markus Söder. dpa

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Erstellt:
24. Juni 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
24. Juni 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. Juni 2019, 06:00 Uhr

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