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Brechtfestival sucht nach der Zukunft
Kommt zum Brechtfestival: Konstantin Wecker. Foto: Giancinto Carlucci
Literatur

Brechtfestival sucht nach der Zukunft

Ein neuer Leiter und veränderte Begleitumstände: In Augsburg wird sich in diesem Jahr einiges tun.

01.03.2017
  • DPA

Augsburg. Nach sieben Jahren unter Joachim Lang startet am Freitag das erste Brechtfestival unter dem neuen Leiter Patrick Wengenroth. Während Lang bei seinen Festivals in Bertolt Brechts Geburtsstadt immer auch auf Auftritte bekannter Fernsehdarsteller wie Thomas Thieme oder Meret Becker setzte, gibt es unter Wengenroth verstärkt Eigenproduktionen zu sehen. Der 40-Jährige zeigt zum Start des Festivals Brechts Lehrstück „Die Maßnahme“ auf dem historischen Augsburger Gaswerkgelände.

Das Stück mit der Musik von Hanns Eisler wird von dem Opernsänger, Buchautor und Filmregisseur Selçuk Cara inszeniert, mehr als 50 Darsteller, Sänger und Instrumentalisten sind beteiligt. Festivalchef Wengenroth selbst wird zudem bei einer Revue mit dem Titel „Die Welt ist: schlecht! Und ich bin: Brecht!“ zweimal als Brecht-Mime auf der Bühne stehen (9./11.3.).

Eine weitere Uraufführung ist „Krise ist immer“ (8./9.3.). Dabei handele es sich um eine „theatralische Versuchsanordnung“ auf den Spuren Brechts und Walter Benjamins, die gemeinsam mit der Akademie der Künste in Berlin entstanden ist. Das Thema Krise ist für Wengenroth ein zentraler Punkt in Brechts Werk. Ein Großteil seiner Stücke handelten von „der Krise, die der Mensch selber ist“, betont der Festivalleiter. Daraus folgt für ihn das Festivalmotto, das aus dem Hauptstück „Die Maßnahme“ stammt: „Ändere die Welt, sie braucht es.“

Die starke Betonung auf Eigenproduktionen ist die Folge davon, dass das Augsburger Stadttheater im vergangenen Sommer kurzfristig wegen Brandschutzmängeln geschlossen werden musste. Große Gastspiele konnte Wengenroth deswegen nicht nach Augsburg holen.

Während des bis 12. März laufenden Festivals gibt es zahlreiche weitere Lesungen, Diskussionen, Konzerte und Workshops. Am Samstag (4. März) ist eine lange Brechtnacht mit etlichen Veranstaltungen in der ganzen Stadt geplant. Dann wird auch Konstantin Wecker mit einem Brecht-Programm im alten Gasbehälter auftreten.“ dpa

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01.03.2017, 06:00 Uhr
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