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Orchester

Boston und Leipzig verbunden

Andris Nelsons setzt neue Akzente im Gewandhaus, pflegt aber auch die lokalen Hausgötter.

11.01.2019

Von DIETRICH BRETZ

Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons. Foto: Jan Woitas

Leipzig. Mehr als drei Jahre sollten verstreichen, bis das hoch angesehene Amt des Leipziger Gewandhauskapellmeisters nach dem Abgang Riccardo Chaillys mit dem Letten Andris Nelsons im vergangenen Frühjahr besetzt werden konnte. Womit einer der weltweit namhaftesten Dirigenten seiner Generation die Geschicke des ältesten bürgerlichen Orchesters Deutschlands übernahm. Seine musikalische Laufbahn hatte Nelsons als Trompeter im Orchester der Lettischen Nationaloper Riga begonnen, deren musikalischer Leiter er bereits mit 24 Jahren wurde. Und seit Beginn der Saison 2014/2015 steht er als Musikdirektor des Boston Symphony Orchestra an der Spitze des bedeutenden US-Klangkörpers.

Ein verheißungsvolles Omen, dass Nelsons sein Leipziger Amt im 275. Jahr des traditionsreichen Orchesters angetreten hat. Womit er in die Fußstapfen so legendärer Gewandhausdirigenten wie Arthur Nikisch und Wilhelm Furtwängler trat. Nelsons' Chefposition in Boston und Leipzig leiteten eine in die Zukunft gerichtete Beziehung der beiden Orchester ein. Austausch von Musikern, Veranstaltungswochen in den jeweiligen Spielstätten und gegenseitige Gastspielauftritte wie auch die Vergabe von gemeinsamen Kompositionsaufträgen lassen da eine fruchtbare Verbindungen reifen.

Weit gespannt ist Nelsons' Repertoire, mittlerweile hat der Maestro die Programmlinien des Gewandhauses verinnerlicht. So erhielten bei ihm die Leipziger Hausgötter Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann wie auch Anton Bruckner und Richard Wagner feste Positionen im Spielplan.

Beispielhaft: Wie Nelsons jetzt Wagners „Siegfried-Idyll“ mit Bruckners 6. Sinfonie kombinierte und Auszüge aus dem „Parsifal“-Vorspiel mit der gewaltigen „Neunten“ des Österreichers. Zwei Schwanengesänge mithin, dem Leipziger Kernrepertoire zugehörig, stand doch Wagners Wiege in der Messestadt und begann Bruckners Ruhm erst nach der Leipziger Uraufführung seiner 7. Sinfonie durch Nikisch in die Welt auszustrahlen.

Keine Frage, der viel beschäftigte Nelsons, der 2020 auch das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker dirigieren wird, entwickelt am Pult des Leipziger Gewandhausorchesters mit suggestiver Kraft einen ungeheuren Klangkosmos. Dietrich Bretz

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Erstellt:
11. Januar 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
11. Januar 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2019, 06:00 Uhr

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