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Bonn

Bonn: Hürden bei möglichem Modell kostenloser Nahverkehr

Ein kostenloser öffentlicher Nahverkehr ist nach Einschätzung der möglichen Modellstadt Bonn nicht von heute auf morgen machbar.

26.02.2018
  • dpa/lnw

Bonn. «Also, vollumfänglich zu 100 Prozent öffentlicher Personennahverkehr, glaube ich nicht, dass wir da so schnell den Schalter umlegen können», sagte der Bonner Oberbürgermeisters Ashok Sridharan (CDU) am Montagmorgen dem Radiosender WDR5. Gezielte Projekte wie eine kostenlose Fahrkarte für Autofahrer, die ihren Wagen dafür stehenlassen, ließen sich eventuell realisieren, weil es nicht die Masse der Menschen sei. Das hätte dann aber nicht den gewollten Effekt, die Luftreinhaltung nachhaltig zu verbessern.

Als Hürden für einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr nannte er erneut, dass die Frage der Finanzierung zu klären sei. Im Fall Bonn gehe es um einen Betrag von mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr. Eine solche Änderung der Tarifstruktur könne nur in Abstimmung mit den Verbundpartner im Nahverkehr entschieden werden. Man brauche außerdem zusätzliche Straßenbahnen und Busse. Darüber hinaus müsste die Bahn eingebunden werden, ihren Zugtakt entsprechend zu erhöhen.

Das Bonner Stadtoberhaupt zeigte sich unmittelbar vor einem Treffen im Bundesumweltministerium offen für Vorschläge, wie deutlich mehr Verkehrsteilnehmer für den öffentlichen Nachverkehr gewonnen werden können. «Wir sind erstmal gespannt darauf, welche Ideen der Bund hat...», sagt Sridharan. Auch mit Essen, der möglichen zweiten NRW-Modellstadt, sei man in engem Kontakt. Im Kampf gegen schmutzige Stadtluft berät die Bundesregierung am Montagmittag in Bonn mit den Bürgermeistern von insgesamt fünf Städten, die «Modellstädte zur Luftreinhaltung» werden sollen. Die Bürgermeister fordern vor allem Aufklärung darüber, wer für kostenlosen Nahverkehr aufkommen soll.

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26.02.2018, 06:51 Uhr | geändert: 26.02.2018, 10:10 Uhr
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