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Blutige Fehde auf offener Straße
Ein Mitglied des Rocker-Clubs "Osmania Germania" wird in Neuss verhaftet. Die Bande hat auch in Mannheim ihr Unwesen getrieben. Foto: dpa
In Mannheim stehen fünf Mitglieder des Rocker-Clubs "Osmania Germania" vor Gericht

Blutige Fehde auf offener Straße

Es war ein Straßenkampf mit Fäusten, Messern und einer Pistole. Nun müssen sich fünf Mitglieder der "Osmania Germania" wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Mannheim verantworten.

11.02.2016
  • ULRICH WILLENBERG

Mannheim. Es waren Szenen wie in einem amerikanischen Bandenkrieg, die sich in der Nacht des 25. Februar in der Mannheimer Innenstadt abspielten. Auf offener Straße kam es zu einem blutigen Streit zwischen mehreren Männern, der mit Fäusten, Messern und einer Schusswaffe ausgetragen wurde. Die Bilanz: Mehrere Verletzte, einer von ihnen lebensgefährlich. Der 29-Jährige Ludwigshafener konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden.

Seit gestern müssen sich fünf Angeklagte aus dem Raum Frankfurt vor dem Mannheimer Landgericht verantworten. Darunter sind frühere Mitglieder des Rockerclubs "Osmanen Germania". Der Hintergrund des Streits sei bisher unklar, sagte Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge. Er vermutet, dass es damals um den Einfluss in der Türsteherszene gegangen sei. Er sprach von einem "gemeinsamen und gezielten Angriff" durch die Angeklagten.

Man habe sich damals mit dem Ludwigshafener aussprechen wollen, erklärte ein 36-jähriger Angeklagter. Der Grund: Der Mann habe sich negativ über die "Osmanen" geäußert und wollte einigen Männern verbieten, Hemden mit dem Logo des Clubs zu tragen. "Wir wollten friedlich klären, was er gegen die Osmanen hat", so der Fitnesstrainer aus Frankfurt. Deshalb habe man sich in einem Mannheimer Lokal getroffen. Dort sei der 29-Jährige aber aggressiv geworden. Auf der Straße habe dieser eine Waffe gezogen und mehrfach abgedrückt. "Es war Zufall, dass niemand getroffen wurde." Er selbst habe damals "große Angst" gehabt.

Erst später habe er erfahren, dass der Schütze und dessen Begleiter mit Messern verletzt worden seien. Es sei nicht abgesprochen gewesen, Messer mitzuführen. "Es war ein riesiger Fehler, nach Mannheim zu kommen." Auch ein 31-jähriger Mitangeklagter will erst später von der Attacke erfahren haben. "Das ist nicht akzeptabel. Ich entschuldige mich bei den Opfern." Die drei anderen Angeklagten wollten sich nicht zu den Vorwürfen äußern.

Zwei der Angeklagten gaben an, dass sie früher als Türsteher arbeiteten und Mitglieder bei den "Osmanen" waren. Dort seien sie inzwischen aber ausgetreten. Es handele sich um einen Box-Club, der Jugendliche von der Straße holt, sagte ein Angeklagter. Nach Erkenntnissen des Landeskriminalamtes NRW ging der Gründung jedoch ein Streit bei den "Hells Angels" voraus, bei dem es um die Aufnahme von Migranten in den Rocker-Club gegangen sein soll. Einige Altrocker seien damit nicht einverstanden gewesen. Die "Osmanen Germania" sollen bundesweit bereits 20 Chapter haben und auch im Ausland aktiv sein. Im rheinländischen Neuss waren im Januar 80 "Osmanen" aufmarschiert, begleitet von 200 Polizisten. Möglicherweise eine Machtdemonstration gegenüber den "Hells Angels".

Die in Mannheim Angeklagten werden der gefährlichen Körperverletzung beschuldigt. Die ursprüngliche Anklage lautete auf versuchten Totschlag. Die Kammer habe das Geschehen jedoch rechtlich anders gewürdigt, sagte der Vorsitzende Richter. Für den Prozess sind neun Verhandlungstage anberaumt. Das Urteil ist für den 16. März geplant.

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11.02.2016, 08:30 Uhr
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