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Schlecker-Prozess

Blitzzahlung auf die Privatkonten

Die Kinder des Drogeriekönigs sollen überhöhte Stundensätze und Geld für Grundstücke bekommen haben.

21.11.2017
  • SIMONE DÜRMUTH

Stuttgart. Eine massive Gewinnausschüttung aus der Logistik- und Dienstleistungsgesellschaft (LDG) ist der größte Vorwurf gegen die Geschwister Lars und Meike Schlecker. Sie sollen wenige Tage vor dem Insolvenzantrag der Schlecker-Tochter jeweils 3,5 Mio. EUR aus dem Unternehmen abgezogen haben. Unter anderem dafür fordert die Staatsanwaltschaft zwei Jahre und zehn Monate Haft für Lars Schlecker und zwei Jahre und acht Monate Haft für seine jüngere Schwester.

Die Blitzüberweisung auf ihre Privatkonten habe die Überschuldung der Gesellschaft erst herbeigeführt. Darum wird ihnen von der Anklage nicht nur Bankrott, sondern auch Untreue und Insolvenzverschleppung vorgeworfen.

Ebenfalls vorgeworfen wird ihnen, dass ihre Logistikfirma von ihrem einzigen Kunden Schlecker einen Stundensatz von 28,50 EUR, später sogar von 30 EUR, verlangte. Marktüblich sei ein Stundensatz von knapp 19 EUR, so die Staatsanwaltschaft. Dadurch hätten sie das Unternehmen ihres Vater geschädigt und den Gläubigern im späteren Insolvenzverfahren Geld entzogen. Durch die überhöhten Stundensätze habe die LDG „exorbitante Gewinne“ gemacht, während die Muttergesellschaft auf die Zahlungsunfähigkeit zusteuert. Das könne man sich nur „mit der Sorge ums Privatvermögen“ erklären, so die Staatsanwaltschaft.

Die Verteidiger von Lars und Meike Schlecker stellten in ihren Plädoyers keine Anträge. Sie machten aber klar, dass sie die Forderung der Staatsanwaltschaft für völlig überzogen halten und forderten Bewährungsstrafen.

Lars Schlecker selbst wollte sich zum Ende des Verfahrens nicht mehr äußern. Er habe den Ausführungen seiner Anwälte nichts mehr hinzuzufügen. Meike Schlecker, nutzte die Gelegenheit zum letzten Wort: „Es war nie meine Absicht, jemanden zu schädigen.“ mone

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21.11.2017, 06:00 Uhr
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