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Leipziger Buchmesse

Blick auf verlorene Illusionen

Die Leipziger Buchmesse hat begonnen: mit der Verleihung des Preises an die Autorin Anke Stelling.

22.03.2019

Von DPA

Preisträgerin der Leipziger Buchmesse: Anke Stelling. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Leipzig. Die in Ulm geborene und in Berlin lebende Schriftstellerin Anke Stelling hat den renommierten Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen. Die Jury zeichnete sie zum Auftakt der Buchmesse in der Kategorie Belletristik für ihren Roman „Schäfchen im Trockenen“ aus. Weitere Preisträger sind Harald Jähner für das Werk „Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945-1955“ in der Sparte Sachbuch/Essayistik sowie Eva Ruth Wemme für die Übertragung des Werks „Verlorener Morgen“ von Gabriela Adamesteanu aus dem Rumänischen in der Sparte Übersetzung.

Der Preis zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen in Deutschland. Er ist mit 60 000 Euro dotiert. Für den Sieg gibt es in jeder Kategorie 15 000 Euro, die fünf Nominierten in jeder Sparte erhalten jeweils 1000 Euro.

Anke Stelling erzählt in „Schäfchen im Trockenen“ von der Mittvierzigerin Resi, die mit ihrer Freundesclique nicht mithalten kann und sich angesichts einer Wohnungskündigung mit der harten, enttäuschenden Wirklichkeit konfrontiert sieht. 260 Seiten lang hadert die Ich-Erzählerin mit ihrem Schicksal und mit ihrem Umfeld. Es ist ein Generalangriff: Er richtet sich gegen die 68er-Generation, die die gesellschaftliche Ungleichheit zwar überwinden wollte, aber, so Resis Analyse, indem sie die Unterschiede wegschwieg, statt sie tatsächlich zu überwinden. Er richtet sich gegen die Lebenslügen der Gesellschaft wie jedes Einzelnen.

„In Anke Stellings Roman einer Aufsteigerin werden die starken Affekte – Wut, Zorn, Stolz – literarisch produktiv. Im Rückblick auf verlorene Illusionen entsteht eine verstörend unein- deutige, scharf belichtete Momentaufnahme der Gegenwart“, hieß es von der Jury.

Die 47-Jährige hat ein Kinderbuch sowie sieben Romane, zwei davon gemeinsam mit Robby Dannenberg, verfasst. „Bodentiefe Fenster“ (2015) stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Stelling setzte sich gegen die ebenfalls nominierten Romanautoren Kenah Cusanit („Babel“), Matthias Nawrat („Der traurige Gast“), Jaroslav Rudiš („Winterbergs letzte Reise“) und Feridun Zaimoglu („Die Geschichte der Frau“) durch. dpa

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Erstellt:
22. März 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. März 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. März 2019, 06:00 Uhr

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