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Blaskapelle und Kohleindustrie
Rahul Chakraborty und Mona Maria WeiblenBild: Lindenhof
Vor der Premiere

Blaskapelle und Kohleindustrie

In der Pausa hat heute „Brassed off“ Premiere.

17.05.2018
  • ST

Wegen des Umbaus der Melchinger Theaterscheune zeigt der Lindenhof bis Winter die großen Produktionen in der Mössinger Pausa-Bogenhalle. Zunächst „Brassed Off – Mit Pauken und Trompeten“ nach dem Film von Mark Herman über die Krise der Kohleindustrie in den 90er Jahren in England. Die äußerst musikalische Hauptrolle spielt Mona Maria Weiblen, wieder mit dabei als Gast ist Rahul Chakraborty aus Berlin, der in der „Winterreise“ als Schubert zu sehen war. Simone Haug vom Theater Lindenhof sprach mit den beiden über ihre Rollen.

Mona, im Stück spielst Du die Gloria.

Mona Maria Weiblen: Gloria ist mit Musik aufgewachsen. Musik verbindet sie mit Heimat. Sie ist ja als Jugendliche weggezogen und ist als Frau beruflich ziemlich weit gekommen. Aber es zieht sie auch wieder zurück. Durch die Kapelle versucht sie, wieder Anschluss zu finden. Sie kommt selbst aus einer Zechenarbeiter-Familie, somit ist sie von Anfang an auf der Seite der Arbeiter. Dass sie den Job hat, die Zeche auf ihre Rentabilität zu untersuchen, verschweigt sie erstmal. Aber am Schluss ist sie es die, am meisten Hoffnung verbreitet.

Rahul, Du spielst im Stück den Andy. Was ist das für ein Typ?

Chakraborty: Bei Andy ist es etwas anders als bei Gloria. Er ist nie wirklich aus Grimley rausgekommen. Er spielt in der Kapelle mit, weil man das halt so macht. Er ist auch nicht besonders talentiert. Als seine Jungendliebe Gloria wieder zurück in den Ort kommt, wirft das bei ihm ganz viele Fragen auf, auch über sein bisheriges Leben.

Bei Brassed Off steht eine Blaskapelle mit auf der Bühne, die Lauchertmusikanten aus Melchingen.

Chakraborty: Das ist schon etwas Besonderes, dass da eine Blaskapelle mitspielt. Die Lauchertmusikanten sind total fit und disziplinziert – zumindest bei den szenischen Proben. Sie sind sehr neugierig, was das Theater angeht.

Weiblen: Tatsächlich waren viele, zumindest von den Jüngeren in der Kapelle, bisher kaum im Theater.

Der Film erschien 1996. Ihr beide kanntet den Film zuvor nicht. Ist es schwierig, sich auf der Bühne in die 90er Jahre und das Kohlegrubenmilieu in England zu versetzen?

Chakraborty: Theater ist Theater und Film ist Film. Man muss eben irgendwie in den Proben einen Zugang finden.

Weiblen: Die persönlichen Themen, die die einzelnen Figuren im Stück haben, sind ja zeitlos. Die Form des Stückes ähnelt jedoch dem Film. Das Stück hat auch viele kurze Szenen.

Chakraborty: Etwas vom englischen Humor ist noch drin. Und der proletarische Umgangston.

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17.05.2018, 01:00 Uhr
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