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"Black Mamba" zieht sich zurück
Superstar Kobe Bryant, seit 20 Spielzeiten bei den Los Angeles Lakers unter Vertrag, beendet nach dieser NBA-Saison seine Karriere. Foto: afp
Kobe Bryant, einer der besten Basketballer aller Zeiten, kündigt sein Karriereende an

"Black Mamba" zieht sich zurück

Nach 20 Spielzeiten im Trikot der Los Angeles Lakers wird Kobe Bryant (37) nach dieser Saison seine Karriere beenden. Einer der besten Basketballer aller Zeiten begibt sich nun auf eine lange Abschiedstour.

01.12.2015
  • SEBASTIAN SCHMID

Ulm. Die Art und Weise, wie Kobe Bryant in der Nacht zum Montag seinen Rückzug zum Ende der aktuellen Saison verkündete, hat Charme. Der NBA-Superstar der Los Angeles Lakers veröffentlichte im Internet einen Liebesbrief - adressiert an die Sportart, die sein Leben bestimmt hat. "Geliebter Basketball", schrieb der 37-Jährige als Anrede. Es folgen 49 Zeilen, die davon zeugen, wie viel Bryant die 20 Jahre in der besten Basketball-Liga der Welt bedeutet haben. Mit den Worten "Für immer in Liebe, Kobe" beendete er seine Botschaft an die Fans. Es passt zu Bryant, dass er sich auf diese Art verabschiedet. Kein schnödes "Ich höre nach der Saison auf" oder "Das war s" bei Twitter.

Als der Shooting Guard 1996 in der ersten Draftrunde an der 13. Stelle von den Charlotte Hornets ausgewählt wurde, dachte noch kein Mensch an irgendwelche Nachrichtendienste im Internet. Schon vor dem Draft war damals klar, dass die Hornets das Basketball-Talent, das mit gerade einmal 17 Jahren den Sprung direkt von der Highschool in die NBA wagte, zu den Los Angeles Lakers schicken werden. Ein Volltreffer: Für Bryant, der seit seiner Kindheit glühender Lakers-Fan war, und für den Glamour-Klub aus Kalifornien, für den bereits NBA-Legenden wie Jerry West, Wilt Chamberlain, Kareem Abdul-Jabbar und Earvin "Magic" Johnson gespielt hatten.

Im selben Jahr kam mit Shaquille O Neil ein weiterer Kracher nach L. A., doch es dauerte, bis sich der Erfolg einstellte. Bryant selber sorgte schnell für Begeisterung in der Liga, auch wenn er in seiner ersten Spielzeit noch von der Bank kam. Einen Namen machte er sich unter anderem mit seinem Sieg beim Dunking-Contest 1997.

In den Playoffs war für die hochgehandelten Lakers trotz Bryant und O Neil jedoch immer frühzeitig Schluss. Das änderte sich, als 1999 Phil Jackson geholt wurde. Der hatte als Trainer mit den Chicago Bulls und Michael Jordan in den 90er Jahren sechsmal die Meisterschaft gewonnen. Jackson gelang es, die Egomanen Bryant und O Neil zu bändigen. Er führte die Lakers zu altem Glanz zurück. Dreimal in Folge (2000, 2001, 2002) ging die NBA-Meisterschaft nach Kalifornien. Allerdings stand Bryant dabei stets im mächtigen Schatten O Neils. Trotzdem war er mit gerade einmal 23 Jahren bereits dreifacher Champion.

Danach geriet die Karriere des Shooting-Guards allerdings ins Stocken. Sportlich beschäftigten die immer häufiger zu Tage tretenden Differenzen der beiden Alpha-Männchen Bryant und O Neil die Lakers, die sportliche Dominanz der Jahre zuvor war dahin. O Neil flüchtete 2004 nach Miami, auch Jackson verließ die Lakers, trat gegen Bryant nach und nannte ihn "untrainierbar".

Schwerwiegender war der Vorwurf der Vergewaltigung, dem sich Bryant ausgesetzt sah. Denn eine Hotelangestellte hatte 2003 Anzeige erstattet, diese je-

doch nach mehreren Gerichts- verhandlungen, durch die Bryant einige NBA-Spiele verpasste, zurückgezogen. Das Ansehen des zweifachen Vaters hatte trotzdem schweren Schaden genommen.

Als Jackson 2005 zu den Lakers zurückkehrte und sich mit ihm versöhnte, konnte die "Black Mamba", wie Bryant sich selbst nennt, immerhin sportlich wieder Erfolge feiern. 2009 und 2010 holten die Lakers erneut den NBA-Titel nach Los Angeles, beides Mal wurde Bryant als bester Spieler (MVP) der Finalserie ausgezeichnet.

Nach 20 Jahren im gold-violetten Trikot wird Bryant am Ende dieser Saison seine Karriere beenden. Am 30. Juni 2016 läuft sein Vertrag in Los Angeles aus, der ihm 25 Millionen US-Dollar Jahresgehalt garantiert. Er wird die Liga als drittbester Punktesammler der NBA-Geschichte und bester Scorer der Lakers verlassen - allerdings auch als Spieler mit den meisten Fehlwürfen der NBA.

Die momentan schlechte Bilanz der Lakers mit nur zwei Siegen und 14 Niederlagen sowie die eigene Leistung, die nur noch ein Schatten dessen ist, zu was Bryant einst in der Lage war, machen ihm den Abschied leichter. Dass Bryant zuletzt bei seinem Gastspiel im Madison Square Garden die Fans der New York Knicks zujubelten, war nur ein Vorgeschmack auf das, was kommen wird. Nach seiner Rücktrittsankündigung begibt sich Lakers-Star, mit dem ein Stück NBA-Geschichte enden wird, auf eine lange Abschiedstour. Es ist ihm zu wünschen, dass er diese auch in vollen Zügen genießen kann. In den vergangenen Jahren häuften sich bei Bryant die Verletzungen. Ein weiterer Grund, seine Karriere zu beenden. In seinem Brief schrieb er: "Mein Körper weiß, dass es Zeit ist, aufzuhören." 20 Jahre Profi- Basketball fordern von Kobe Bryant ihren Tribut.

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01.12.2015, 08:30 Uhr
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