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Bizarrer Kult um turkmenischen Alleinherrscher
Gurbanguly Berdimuhamedow herrscht über die viertgrößten Gasreserven der Welt. Foto: dpa

Bizarrer Kult um turkmenischen Alleinherrscher

Turkmenistan gilt als eines der schlimmsten Regime weltweit. Nun kommt Präsident Berdimuhamedow nach Berlin – und die Kanzlerin empfängt ihn.

29.08.2016
  • DPA

Wenn Präsident Gurbanguly Berdimuhamedow sein neues Buch verschenkt, steht man als Minister in Turkmenistan stramm. Man nimmt das Werk mit beiden Händen und küsst es andächtig. In islamischer Tradition gebührt solche Ehrfurcht eigentlich nur dem Koran. Doch der Präsident der Ex-Sowjetrepublik in Zentralasien legt Wert darauf, dass auch seine Worte geschätzt werden. Zu beobachten war das zuletzt im März, der Zahnarzt (59) hatte über „Tee – Heilmittel und Inspiration“ geschrieben. Es war sein 35. Buch.

Der Personenkult um Berdimuhamedow ist Ausdruck eines Regimes, das Menschenrechtler zu den repressivsten der Welt zählen, vergleichbar mit Nordkorea. Heute empfängt Kanzlerin Angela Merkel den „Arkadag“ (Beschützer) von Turkmenistan in Berlin. Dessen Wüstenstaat mit 5,24 Millionen Einwohnern grenzt politisch sensibel an den Kaukasus, Iran und Afghanistan. Außerdem verfügt er über die viertgrößten Gasreserven der Welt.

Gelernt hat Berdimuhamedow von seinem Vorgänger Saparmurad Nijasow (1940-2006). Unter dem ersten Präsidenten Turkmenistans stieg Berdimuhamedow auf, wurde dessen Leibarzt und Gesundheitsminister. Nach Nijasows Tod 2006 übernahm er handstreichartig die Macht.

Zu Beginn seiner Herrschaft verfolgte Berdimuhamedow eine vorsichtige Öffnung, bahnte internationale Geschäfte an. 2012 ließ er sich im Amt bestätigen, in einer Wahl, die wie alle anderen von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa als weder frei noch fair eingestuft wurde.

Beim Personenkult hat Berdimuhamedow seinen Ziehvater fast eingeholt. Seit 2015 zeigt ein goldenes Denkmal in der Hauptstadt Aschgabat den Präsidenten auf einem Pferd. Auf Videos sieht man ihn Untergebene herunterputzend durch Paläste schreiten. Aschgabat ist eine geteilte Stadt: Es gibt einen menschenleeren Repräsentationsteil mit Prunkbauten. Die Menschen leben dagegen in Plattenbauten. In keiner anderen Ex-Sowjetrepublik kommt von einem hohen Nationaleinkommen so wenig bei der Bevölkerung an, stellte der UN-Index für menschliche Entwicklung 2015 fest.

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29.08.2016, 06:00 Uhr
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