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Nahverkehr wird teurer

Bis zu 2,9 Prozent höhere Preise - Zahl der Fahrgäste wächst

Verbraucher müssen für Nahverkehrtickets im Durchschnitt 2,4 Prozent mehr bezahlen. Ein Grund dafür: Die Zahl der Fahrgäste steigt, daher müssen die Verkehrsverbünde mehr investieren.

13.10.2015
  • AMB/DPA

Berlin/Stuttgart Die tägliche Fahrt mit Bus und Bahnen wird auch in diesem Winter wieder teurer. Die großen Verkehrsverbünde verlangen für ihre Fahrscheine dann durchschnittlich zwischen gut 1,8 Prozent und 2,9 Prozent mehr. In Baden-Württemberg reicht die Spanne von 2,3 bis 2,9 Prozent. Damit fällt die diesjährige Preisrunde im Nah- und Regionalverkehr zwar geringer aus als in den Vorjahren, was an gesunkenen Energiekosten liegt. Die Aufschläge liegen jedoch deutlich über der Inflationsrate.

Im bundesweiten Durchschnitt werden Nahverkehrs-Fahrscheine etwa 2,4 Prozent teurer, wie der Verband der Deutschen Verkehrsunternehmen der dpa mitteilte. Im vergangenen Jahr waren es 3,5 Prozent.

Gründe seien höhere Betriebs- und Personalkosten. Weil immer mehr Menschen in Busse und Bahnen stiegen, müsse auch mehr Geld in neue Fahrzeuge und Infrastruktur investiert werden, hieß es. Die meisten Tariferhöhungen werden an Neujahr erfolgen.

"Die Unternehmen müssen aufpassen, dass sie angesichts gesunkener Benzinpreise nicht Fahrgäste ans Auto verlieren", sagte Karl-Peter Naumann, der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn. Er zeigte zugleich Verständnis für die Preiserhöhung. Kommunen und Nahverkehrsunternehmen hätten kaum Rücklagen für die nötigen Investitionen. Zudem steigen nach seinen Worten im S-Bahn und Regionalverkehr die Gebühren für die Trassennutzung.

Fahrten im Fernverkehr werden unterdessen kaum teurer: Angesichts starker Konkurrenz durch Busse und Billigflieger hält die Deutsche Bahn die Preise in ICE- und Intercity-Zügen weitgehend stabil. Im Regionalverkehr verlangt das Bundesunternehmen durchschnittlich 0,9 Prozent mehr; das betrifft jedoch nur etwa jeden fünften Kunden in den Regio-Zügen. Wer innerhalb von verkehrsverbünden unterwegs ist, zahlt den Tarif, den die zugehörigen Kommunen festlegen. In Baden-Württemberg gehört der Verkehrsverbund Schwarzwald-Baar (Villingen-Schwenningen), zu den Gesellschaften mit dem geringsten Preisanstieg. Sie stiegen zum 1. August um 2,3 Prozent. Der Kalkulation der Fahrpreise liege ein ausgeklügeltes System zugrunde, das die Entwicklung der wichtigsten Kostenblöcke wie Personal, Betriebskosten, aber auch den Anstieg der Kaufkraft berücksichtige, erläutert Geschäftsführer Thomas Mager. Die Erhöhung zum 1. August sei zum Jahresanfang berechnet worden. "Wir legen uns damit anderthalb Jahre im Voraus fest. Das ist ein erhebliches Risiko", sagte Mager. Den Bahnstreik beispielsweise habe der Verkehrsverbund Schwarzwald-Baar zu spüren bekommen. Weil dadurch viele Anschlüsse nicht mehr erreichbar waren, haben nach seinen Worten etliche Kunden ihre Monats- und Jahrestickets gekündigt.

Eine zunehmende Herausforderung stellt für die Verkehrsverbünde die Schülerbeförderung dar. Da die Zahl der Kinder zurückgeht, verteilen sich die Kosten bei gleichem Angebot auf weniger Schüler. Der Naldo Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (Hechingen) hebt daher die Preise um durchschnittlich um 2,7 Prozent an, in der Spitze sogar um 4,2 Prozent.

Auch bundesweit steigen die Preise je nach Verbund unterschiedlich stark. Den geringsten Aufschlag gibt es in diesem Jahr in und um Berlin und Frankfurt. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg legt im Schnitt 1,84 Prozent drauf, der Rhein-Main-Verkehrsverbund 1,85 Prozent. In Stuttgart und Umgebung kosten Fahrscheine 2,5 Prozent mehr - hier soll vor allem das dreiprozentige Lohnplus im öffentlichen Dienst aufgefangen werden, wie der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart mitteilte. München legt 2,8 Prozent drauf, im Ruhrgebiet sind es 2,9 Prozent.

Vor wenigen Tagen hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, dass der regionale Bahnverkehr mehr Geld vom Bund bekommt. Die Regionalisierungsmittel sollen 2016 auf 8 Mrd. EUR steigen. Zudem soll der Zuschuss jährlich um 1,8 Prozent angehoben werden, um steigende Kosten für Trassen, Energie und Personal auszugleichen. Mit dem Geld, das aus der Mineralölsteuer stammt, können die Länder oder regionale Verkehrsverbünde Bahnlinien bestellen.

Bis zu 2,9 Prozent höhere Preise - Zahl der Fahrgäste wächst
Andrang am Ulmer Busbahnhof: In vielen Verkehrsverbünden steigen die Preise für Schülermonatskarten überproportional stark. Foto: Volkmar Könneke

Bis zu 2,9 Prozent höhere Preise - Zahl der Fahrgäste wächst

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13.10.2015, 12:00 Uhr
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