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Kabbeleien um ein Konzept

Bildungsplan-Streit entlädt sich erneut bei zwei Demos in Stuttgart

Zwei Demos mit je ein paar hundert Teilnehmern, dazwischen etliche Polizisten und am Ende Rangeleien: In Stuttgart gingen erneut Gegner und Befürworter des grün-roten Bildungsplan-Konzepts auf die Straße.

03.03.2014

Von ROLAND BÖHM, DPA

Stuttgart Sie steht mit einem Plakat auf dem Schlossplatz, er mit einer Regenbogenflagge auf dem Markt. Sie sieht die Familie als "Kern unserer Gesellschaft" bedroht, er möchte Normalität für Homosexuelle. Beide gehen diesen Samstagmittag auf die Straße, um ihre Meinung zum Bildungsplan-Konzept kundzutun. Die geplante Aufwertung des Themas sexuelle Vielfalt im Unterricht an Schulen im Südwesten bewegt die Menschen. Die Extremsten müssen später sogar von Polizisten auf Pferden auseinandergehalten werden.

Sie ist Mutter von drei Kindern. Ihren Namen möchte die Stuttgarterin nicht nennen. "Nein zur Bevormundung von Eltern" steht auf ihrem Plakat. Der Bildungsplan der Landesregierung sei nicht ausgewogen, diskriminiere die Familie. "Dabei ist die doch der Kern unserer Gesellschaft." Auf der Bühne hinter ihr, fordert gerade jemand vor rund 800 Demonstranten, "dass die Eltern die Kinder erziehen und nicht der Staat".

Darum gehe es ja gar nicht, sagt er auf dem Marktplatz. Normalität müsse das Ziel sein, für Schwule, für Lesben, für alle, sagt der Musikkabarettist Holger Edmaier. Es sei wichtig, dass sich jemand dafür einsetze, dass das Thema Homosexualität im Unterricht seinen Platz findet. Wenn Schüler zum Beispiel erführen, dass Tschaikowsky schwul war oder andere - "dann sehen sie: Ich bin nicht allein damit." Um ihn herum wehen Regenbogenflaggen. "Homophobie ist heilbar" steht auf einem Plakat.

Christoph Michl, Sprecher der Interessensgemeinschaft Christopher Street Day (CSD), beschwört am Rednerplatz das "volle Vertrauen" in die Landesregierung. Er appelliert an die 400 Menschen auf dem Marktplatz, nicht zum Schlossplatz zu ziehen und die direkte Konfrontation zu suchen. "Wir dürfen den Bogen nicht überspannen."

Auf dem Schlossplatz warnen sie derweil vor "Umerziehung" und "Indoktrination". Und weil nicht alle Michls Aufruf folgen, kommt es hier später doch zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten aus dem linken Spektrum und rund 400 Polizisten.

Kein Ende des Protests gegen das Bildungsplan-Konzept: 800 Menschen demonstrierten auf dem Stuttgarter Schlossplatz gegen die Pläne von Grün-Rot. Foto: dpa

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Erstellt:
3. März 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
3. März 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. März 2014, 12:00 Uhr

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