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Rentner dürfen auf Rekordanstieg hoffen

Bezüge steigen 2016 um vier bis fünf Prozent

Die Rentenkassen sind so gut gefüllt wie noch nie. Dass die Rentner Mitte 2016 deutlich mehr Geld erhalten, hat allerdings einen anderen Grund. Der Beitragssatz dürfte im nächsten Jahr nicht sinken.

29.10.2015
  • DIETER KELLER

Würzburg Die 20 Millionen Rentner können Mitte 2016 auf eine besonders kräftige Erhöhung ihrer Altersbezüge hoffen: Die Renten dürften um vier bis fünf Prozent steigen, erwartet der Vorsitzende der Deutschen Rentenversicherung Bund, Alexander Gunkel - " die größte Rentenanpassung seit der Jahrhundertwende". Zuletzt gab es am 1. Juli dieses Jahres im Westen 2,1 Prozent und im Osten 2,5 Prozent mehr.

Angesichts der niedrigen Inflation haben die Rentner also deutlich mehr Geld in der Tasche. Gleich mehrere Faktoren sorgen für die positive Entwicklung: Die Löhne steigen in diesem Jahr kräftig. Die Zahl der Beitragszahler wächst, und das stärker als die der Rentner. Hinzu kommt die Senkung des Beitragssatzes Anfang dieses Jahres von 18,9 auf 18,7 Prozent. Dadurch haben die Arbeitnehmer netto mehr in der Tasche, wovon auch die Rentner mit etwas Zeitverzug profitieren. Schließlich gibt es eine statistische Bereinigung, durch die die Rentenerhöhung in diesem Jahr etwas zu niedrig ausfiel, was im kommenden Jahr korrigiert wird.

Doch es drohen magere Zeiten. In diesem Jahr erreicht das Nettorentenniveau vor Steuern 47,5 Prozent des Durchschnittsverdienstes der Arbeitnehmer. Auch 2016 und 2017 dürfte es so hoch sein. Aber langfristig sollen die Renten langsamer steigen als die Löhne. Bis 2030 sinkt das Niveau auf 44,3 Prozent. Der Sozialverband VdK fordert, es auf 50 Prozent anzuheben, um Altersarmut zu vermeiden. Er lässt offen, wie er dies finanzieren will.

Zwar sind die Rentenkassen im Moment so gut gefüllt wie noch nie. Aber das ändert sich schnell. Ende 2014 hatten die Rentenversicherer 35 Milliarden Euro Reserven. Das entsprach 1,9 Monatsausgaben. Bis Ende 2015 dürften sie auf 33,7 Milliarden Euro schrumpfen. Zwar sorgen hohe Tarifabschlüsse und zunehmende Beschäftigung für mehr Beitragseinnahmen. Aber das reicht nicht, um die Erhöhung der Mütterrente sowie die abschlagsfreie Rente mit 63 zu finanzieren, die im Jahr 8,8 Milliarden Euro kosten.

Eigentlich müsste dies der Bund übernehmen, wird Gunkel nicht müde zu fordern. Aber die Politik bürdet dies vorerst voll den Rentenversicherern auf. Erst ab 2019 will der Bund Geld zuschießen, doch auch dies "in völlig unzureichender Weise", klagt Gunkel. Folge: Die Reserven schmelzen in den nächsten Jahren wie Schnee in der Sonne. 2021 dürften sie die Mindesthöhe von 0,2 Monatsausgaben unterschreiten. Dann droht der Beitragssatz auf 19,3 Prozent zu steigen.

Einen kleinen Lichtblick gibt es: Vor einem Jahr hatten die Rentenversicherer bereits im Jahr 2019 mit einer Erhöhung gerechnet. Doch aktuell entwickeln sich die Beitragseinnahmen positiver als erwartet. In diesem Jahr dürften sie um 2,8 Prozent steigen. Es reicht allerdings nicht ganz für eine leichte Senkung des Beitragssatzes Anfang 2016. Nach der Rentenformel wäre sie fällig, wenn zu erwarten ist, dass die Rücklagen Ende 2016 höher als 1,5 Monatsausgaben sind.

Die Flüchtlingswelle hat zumindest kurzfristig keine Auswirkungen auf die Rentenversicherung. Beiträge zahlen Asylanten erst, wenn sie eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben. Bis dahin werden die meisten auf Hartz IV angewiesen sein. Dafür werden keine Rentenbeiträge abgeführt. Sie haben aber auch keinen Anspruch auf Leistungen. Längerfristig könnte sich das zum Positiven wenden: Finden viele Flüchtlinge einen Arbeitsplatz, sorgen ihre Beiträge für eine Entlastung der Rentenversicherung. Wie schnell dies möglich wird, ist reine Spekulation.

Bezüge steigen 2016 um vier bis fünf Prozent
Ganz entspannt können die Ruheständler dem Jahr 2016 entgegensehen: Ihre Rente steigt deutlich stärker als die Inflationsrate. Foto: dpa

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29.10.2015, 12:00 Uhr
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