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Kinderfußball mit Fanzonen

Bezirk Alb führt „Fairplay-Liga“ bei den Kindern ein

Wegen ausfälliger, aggressiver Väter und Mütter bei Kinder-Kicks gelten beim Nachwuchs auch im Bezirk Alb nun besondere Regeln: Eltern müssen Abstand halten.

07.09.2013

Mit fünf Jahren habe sein Sohn schon viel gesehen und erlebt im Fußball: Verhaltensauffällige Trainer, „die ich gerne mal therapeutisch behandelt sehen würde, weil sie als einziges pädagogisches Mittel das Demütigen und Ängstigen ihrer Schützlinge beherrschen“. Er habe Eltern erlebt, „die Sechsjährige dazu auffordern, ihren Gegnern die Knochen zu polieren“. Und beinahe jedes Wochenende erlebe er Eltern, „die vom Spielfeldrand aus den Schiedsrichter mit ,Arschloch‘ oder ,Vollidiot‘ beschimpfen“ – so beschreibt der Fußballautor und Moderator Arnd Zeigler auf seiner Facebook-Seite das noch junge Fußballerdasein seines Kindes. Zwar leben Zeigler und Sohn weit oben im Norden, doch auch auf den Fußballplätzen im Bezirk Alb kommt’s gern mal zu oben beschriebenen Szenen.

Deshalb nehmen die Jugendstaffelleiter und Bezirks-Jugendleiter Helmut Ebermann die Idee der „Fairplay-Liga“ auf: Die Schnupperrunde der E-Junioren wird zur „Fairplay-Liga“, auch bei den F-Junioren und Bambini ist dieses geplant, muss nur noch von den jeweiligen Staffeltagen die Zustimmung bekommen.

Drei Eckpunkte beinhaltet diese Spielform, die ein Ralf Klohr, Jugendleiter beim SuS Herzogenrath (Nordrhein-Westfalen) vor sechs Jahren entwickelt hatte: 1. Zuschauer und Eltern müssen mindestens 15 Meter vom Spielfeldrand weg stehen, um die Kinder weniger zu beeinflussen. 2. Es gibt keine Schiedsrichter, um den Kindern das faire Spiel beizubringen und den Spaß am Spiel zurückzubringen, indem sie selbst für die Einhaltung der Regeln verantwortlich sind. 3. Die Trainer beider Vereine stehen in einer gemeinsamen Coaching-Zone, was den Kontakt zueinander verbessern soll.

Den Bezirken im Verband ist es freiwillig überlassen, diese Spielform einzuführen. Helmut Ebermann hat die Idee schon vor zwei Jahren in die Staffeltage eingebracht, aber damals mehr Contra als Pro erhalten. „Ich habe mich etwas gewundert und weiß auch nicht warum sie jetzt zugestimmt haben“, sagt Eberwein. Allerdings sollen die E- und F-Junioren weiter mit Schiedsrichter spielen. „Für die käme es abrupt, plötzlich ohne Schiedsrichter zu spielen“, erläutert Eberwein. Die Bambini, die Anfänger, sollen jedoch ohne Regelhüter kicken – und dies dann auch für die weiteren Jahre so bewahren. Die Eltern und Zuschauer stehen fortan weit außerhalb des Feldes, „damit die Kinder selbständig Fußball spielen und sich nicht von außen steuern lassen“, sagt Eberwein.

Wie die Vereine diese „Fanzone“ kenntlich machen, ist ihnen überlassen: Im Norden, so berichtet Eberwein, haben manche anfangs Absperrbänder gezogen. Hierzulande könnten Hütchen aufgestellt werden, „vielleicht stellen die Kinder ja auch Plakate oder Schilder auf“, sagt Eberwein. Etwa: „Eltern: Wir müssen (etwas) draußen bleiben“. Falls die Zuschauer trotzdem unflätig bleiben und Knochen poliert haben wollen, die Trainer weiter pädagogisch nicht wertvolle Maßnahmen ergreifen, ist zumindest bei den E- und F-Junioren der Schiedsrichter die letzte Instanz: „Wenn’s gar nicht geht, soll er das Spiel abbrechen“, sagt Eberwein. Generell gilt aber bei allen Spielen: Hirn einschalten – soweit vorhanden. Tobias Zug

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07.09.2013, 12:00 Uhr
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