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Zahlreiche Studien belegen den Erfolg der Knie- und Hüftsportgruppen / Symposium zum 20-jährigen Bestehen

Bewegung auf wissenschaftlicher Basis

Ein rundes Jubiläum war es nicht, aber 13 Jahre Hüft- und sieben Jahre Kniesport in Tübingen zählten der Präventionssportverein und die Sportmedizin am Uniklinikum zu 20 Jahren zusammen. Vorträge und Mitmachangebote informierten über den Erfolg des Trainings bei Gelenkbeschwerden.

20.07.2009
  • Celia Eisele

<strong>Tübingen. </strong>Beim Treppensteigen, Wandern oder Arbeiten machen sie sich früher oder später bemerkbar: Hüftgelenke und Knie müssen vieles aushalten und fangen irgendwann an zu schmerzen. Wenn die Gelenke stark strapaziert werden, bildet sich eine schmerzhafte Arthrose. Das Trainingsprogramm der Knie- und Hüftsportgruppen wurde speziell dafür entwickelt, solche Schmerzen zu lindern oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Wer seine Gelenke regelmäßig trainiert, kann ihre Beweglichkeit bis ins hohe Alter erhalten – und sie teilweise sogar wieder herstellen, auch nach einer Operation.

Über 30 Übungsleiter trainieren in Tübingen, Reutlingen, Mössingen und Pfullingen jede Woche mit rund 500 Patienten. Dass die Übungen nicht nur Schmerzen verhindern helfen, sondern auch die Lebensdauer künstlicher Gelenke erhöhen, betonte Prof. Kuno Weise, der Ärztliche Direktor der BG-Unfallklinik, auf dem Symposium im Sparkassen-Carré. Angesichts der demographischen Entwicklung seien die Angebote sehr wichtig, sagte Prof. Michael Bamberg, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums. Mit dem Anteil der Älteren an der Bevölkerung nähmen automatisch auch die Gelenkbeschwerden zu. In Oberbürgermeister Boris Palmer erkannte Initiator Prof. Thomas Horstmann einen vorbildlichen Hüft- und Kniesportler. Indem er jeden Tag Rad fahre, trainiere er seine Muskeln und seinen Herz-Kreislaufapparat, ohne die Gelenke zu belasten. Palmer nutzte prompt sein Grußwort, um für Elektrofahrräder zu werben.

Das Tübinger Gelenk-Sportprogramm wurde von Sportmedizinern des Uniklinikums nach dem Vorbild der Herzsportgruppen entwickelt. Nach dem Aufenthalt in einer Rehaklinik, so der Grundgedanke, trainieren die Patienten unter Anleitung in einer Gruppe weiter, damit sich ihr Gesundheitszustand nach der Operation nicht wieder verschlechtert. Einmal pro Woche treffen sich die Gruppen, um eine Stunde lang unter Anleitung zu trainieren. Nach einer Aufwärmphase gibt es Dehn- und Kräftigungsübungen. Dabei benutzen die Teilnehmer eine große Bandbreite einfacher Sportgeräte: Matten, Gummi-Igel, Hocker oder mit Kirschkernen gefüllte Kissen. „Jeder wird gefordert, aber nicht überfordert“, so Prof. Klaus Dietz, bis 2008 Leiter des Instituts für Medizinische Biometrie und selbst Teilnehmer einer Sportgruppe. Interessierte konnten am Samstag probehalber auf Gummikreiseln balancieren und sich mithilfe elastischer Bänder dehnen.

Zu den Übungsgruppen gehört auch die wissenschaftlich fundierte Erläuterung des Programms. Die Übungsleiter erklären, wie die Gelenke aufgebaut sind, warum die Übungen gemacht werden und was sie bewirken sollen. Von Anfang an wird das Programm von zahlreichen Studien begleitet.

Einen Einblick in seine Forschungsergebnisse gab am Samstag unter anderem der Diplom-Sportpädagoge und Physiotherapeut Joachim Merk. Messungen der Beweglichkeit, der Kraft und des Gleichgewichts bei Teilnehmern hätten durchweg Verbesserungen bestätigt. Dadurch könne der Teufelskreis einer Arthrose durchbrochen werden, in dem Schmerzen zu Schonverhalten und Bewegungsmangel führen, was die Arthrose verstärkt. Merks Fazit: „Mit der Diagnose Knie- oder Hüftarthrose sollte nicht das Leiden, sondern das Training beginnen.“

Ähnlich brachte auch Prof. Thomas Horstmann die Ergebnisse verschiedener Studien auf den Punkt: „Trainieren Sie oder fahren Sie Rad bis in den Operationssaal hinein.“ Er ist überzeugt, dass das Tübinger Konzept weiter bestehen wird, denn andere Programme wie Einzeltrainings seien auf Dauer nicht finanzierbar. Die halbjährliche Teilnahme an einer Hüftsportgruppe kostet für Kassenpatienten 20, für Privatpatienten 70 Euro. Dazu kommt ein Jahresbeitrag von 21 Euro für die Mitgliedschaft im Präventionssportverein. Informationen gibt es auf www.praeventionssport-tuebingen.de.

<div class='kasten_ueberschrift'> <div class='grundtext'> Auf weichen Sohlen durch den Alltag </div> </div> <div class='kasten_text'> <div class='grundtext'> Knie und Hüfte werden im Alltag stark beansprucht. Um sie zu schonen, empfehlen Sportmediziner einige Regeln: Das A und O gesunder Gelenke ist Bewegung. Besonders gelenkschonende Sportarten sind Walking, Wandern, Schwimmen, Radfahren, Aquajogging und Gymnastik. Ballsportarten, Leichtathletik und Skifahren (außer Langlauf) belasten Knie und Hüfte stark – umso mehr, wenn man übergewichtig ist. Wer einige Kilo abnimmt, schont damit seine Gelenke. Schwere Lasten zu tragen sollte bei Gelenkbeschwerden ebenso vermieden werden wie langes Gehen und Stehen ohne Pausen. Empfehlenswert sind Schuhe mit flachen Absätzen und weichen Sohlen. Wenn die Knie stark gebeugt werden, sollte man sich mit den Händen abstützen. Einige Übungen, mit denen die Hüftgelenke gezielt trainiert werden können, sind auf der Website des Hüftschul-Instituts beschrieben: www.hueftschule.de. </div> </div>

Bewegung auf wissenschaftlicher Basis
Bewegung hilft bei Knie- und Hüftproblemen. Das erlebten Teilnehmer beim Symposium bei praktischen Übungen. Bild: Faden

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20.07.2009, 12:00 Uhr
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