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Betroffenheit nach Todesfall
Am Morgen des 16. September 2013 verbrannte der Neonazi-Aussteiger Florian H. am Cannstatter Wasen in seinem Auto. Seine Ex-Freundin Melisa M. ist mittlerweile auch tot - wie nun auch deren Verlobter. Foto: dpa
31-jähriger Freund von NSU-Zeugin gestorben - Polizei geht von Suizid aus

Betroffenheit nach Todesfall

Die Todesserie im Zusammenhang mit NSU-Zeugen im Südwesten erscheint rätselhaft. Auch im jüngsten Fall sehen die Ermittler keine Anzeichen für eine Fremdeinwirkung - sie gehen von einem Suizid aus.

18.02.2016
  • DPA/EB

Karlsruhe/Stuttgart. Eine Zeugin im Untersuchungsausschuss zur rechtsextremen Terrorzelle NSU stirbt im vergangenen Jahr - nun lebt auch ihr Verlobter nicht mehr. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe untersucht den Tod des 31-jährigen Sascha W., der am 8. Februar in Kraichtal (Kreis Karlsruhe) gestorben war. "Alles deutet auf einen Selbstmord hin", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gestern. Diese Vermutung werde durch das vorläufige Obduktionsergebnis gestützt - und durch eine "elektronische Nachricht", die der Mann kurz vor seinem Tod abschickte.

Der Mann wurde in jenem Haus gefunden, in dem er mit seiner Freundin bis zu ihrem überraschenden Tod gelebt hatte. Die 20-Jährige Melisa M. war laut Obduktion an einer Lungenembolie gestorben. Wenige Wochen zuvor war sie vom NSU-Ausschuss im baden-württembergischen Landtag vernommen worden, weil sie die Ex-Freundin des früheren Neonazis Florian H. war. Die junge Frau war in nicht-öffentlicher Sitzung befragt worden, weil sie sich bedroht gefühlt hatte.

Florian H. hatte bereits im Sommer 2011 - vor Auffliegen der Terrorzelle NSU - behauptet, die Mörder der Polizistin Michèle Kiesewetter zu kennen; sie stammten aus der rechtsextremen Szene. Im Herbst 2013 war Florian H. in Stuttgart tot in seinem ausgebrannten Auto gefunden worden, am selben Tag wollten Polizisten ihn eigentlich erneut zu seinen Aussagen befragen. Die Ermittler gingen auch da von einem Suizid aus, die Familie bestreitet dies und gibt an, er sei in den Tagen vor dem Suizid bedroht worden.

Der Untersuchungsausschuss soll die Verbindungen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) in den Südwesten und mögliches Behördenversagen untersuchen. Mit der Debatte über den Abschlussbericht beendet das Gremium heute seine Arbeit. Alle vier Fraktionen haben sich aber dafür ausgesprochen, einen zweiten NSU-Ausschuss nach der Landtagswahl am 13. März einzurichten, da viele Fragen nicht abschließend behandelt werden konnten.

Der Tod von Florian H. und seiner Ex-Freundin haben bereits für viele Spekulationen gesorgt, die nun durch den Tod von Sascha W. erneut Nahrung bekommen. "Die Todesfälle halte ich für sehr tragisch und sie bewegen mich sehr", sagte der Vorsitzende des NSU-Ausschusses, Wolfgang Drexler (SPD). Er habe Melisa M. und ihren Verlobten Sascha W. selbst kennengelernt. "Einen Bezug zum NSU oder anderen Vorgängen, die der Untersuchungsausschuss zu untersuchen hatte, kann ich aber nach meiner derzeitigen Kenntnis nicht feststellen", sagte Drexler weiter. Da die Ermittlungen im Fall Sascha W. noch nicht abgeschlossen seien, "bleibt aber selbstverständlich abzuwarten, was sich daraus noch ergibt."

Die Staatsanwaltschaft will nun im Umfeld des 31-Jährigen fragen, welche Motive für seinen vermuteten Suizid eine Rolle gespielt haben könnten. Ob der Mann Verbindungen zur rechtsextremen Szene gehabt habe, sei bislang nicht bekannt. Mit dem endgültigen Obduktionsergebnis werde in einigen Wochen gerechnet.

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18.02.2016, 08:30 Uhr
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