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Auf dem Weg

Besserer Zugang zum Wankheimer Friedhof

Wer in Wankheim von der Straße aus zu den jüdischen Gräbern will, muss momentan durch eine matschige Wiese waten. Das könnte sich bald ändern. Die Gemeinde ließ jetzt prüfen, ob alternativ ein Weg am Waldrand angelegt werden kann. Die Freunde der Tübinger Kultur stellen finanzielle Hilfe in Aussicht.

19.03.2015

Von Christine Laudenbach

Wankheim. Kusterdingens Bürgermeister Jürgen Soltau bleibt dabei: „Wir wollen möglichst wenig Aufmerksamkeit auf den Friedhof lenken“, sagt er – und bestätigt damit die Aussage von Ortsbaumeister Oliver Polzin. Er argumentierte kürzlich, die Gemeinde hoffe, durch den ungastlichen Zugang über die Wiese potentielle Grabschänder von der jüdischen Ruhestätte fernzuhalten (wir berichteten).

Seit Anfang des Jahres denkt man in der Härtengemeinde aber offensichtlich doch darüber nach, wie Besucher auch ohne Gummistiefel von der Straße zum blauen Friedhofstor gelangen können. Den Anstoß gab offenbar ein Brief vom Verein der Freunde der Tübinger Kultur – wie nach dem Bericht im TAGBLATT jetzt bekannt wurde. Geschäftsführer Wilfried Setzler kritisiert darin den holprigen, nicht befestigten Weg über die Wiese. „Vor allem für ältere Menschen“ sei dieser sehr beschwerlich, hat Setzler beobachtet.

Gäste müssen durch Matsch und Schlamm

Im Zusammenhang mit der Neuerscheinung eines Buches zu Hanna Bernheim habe er im vergangenen Jahr immer wieder Gäste aus Israel, England und den USA durch Dreck und Matsch zum Grab von Bernheims Mutter führen müssen. Die Freunde der Tübinger Kultur empfänden den Zugang „noch immer unbefriedigend“. Auch die Tübinger Geschichtswerkstatt gab kürzlich zu bedenken, dass noch immer Angehörige die Gräber der Verstorbenen besuchen wollten – und unter diesen Umständen oft nur schwer könnten.

Setzler beließ es aber nicht nur bei Kritik. „Unser Verein wäre bereit, eine Verbesserung des Zugangs mit zu finanzieren“, stellt er der Gemeinde Kusterdingen in Aussicht. Eine „entsprechende Maßnahme“, beispielsweise ein „kleiner Schotterweg oder was auch immer“, wäre dem Verein 5 000 bis 10 000 Euro wert – „je nach den Kosten“, schreibt er.

Von diesem Vorschlag „waren wir nicht uneingeschränkt begeistert“, bekennt Soltau auf Nachfrage. Dennoch suchte der Bürgermeister nach einer Lösung und schließlich das Gespräch „mit dem Forst“. Er ließ prüfen, ob eventuell ein Zugang direkt am Waldrand denkbar wäre, sprich auf Gemeindegrund. Die Wiese zwischen Straße und Friedhof, betont Soltau erneut, sei Privatbesitz. Von der Forstverwaltung bekam der Bürgermeister inzwischen grünes Licht. Und auch er könnte sich diesen Weg „vom Grundsatz vorstellen“, sagt er. Jetzt müsse er klären, ob auch der Tübinger Verein mit dem alternativen Wegekonzept einverstanden wäre. Das nächste Gespräch, das er in dieser Sache sucht, werde daher dasjenige mit Wilfried Setzler sein.

Die matschige Wiese können Friedhofsbesucher vielleicht bald links liegen lassen. Bild: Metz

Das letzte Stück zum Friedhof: Matsch, Schlamm, Furchen: Wer zu den jüdischen Gräbern will, muss waten 09.03.2015

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Erstellt:
19. März 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
19. März 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. März 2015, 12:00 Uhr

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