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Besonders in Berlin, München und Hamburg steigen die Mieten weiter
In der Stadt, wie hier in Berlin, bleibt Wohnraum zur Miete teuer. Günstiger kommt man weiterhin auf dem Land weg. Foto: dpa
Deutsche leisten sich größere Wohnungen

Besonders in Berlin, München und Hamburg steigen die Mieten weiter

Trotz Mietpreisbremse steigen die Mieten in Deutschland. Allerdings können sich die Menschen heute im Durchschnitt größere Wohnungen leisten.

17.08.2016
  • DPA

Köln. Rund 95 Quadratmeter groß ist eine Wohnung, die sich die Deutschen im Schnitt für ein Viertel ihres Haushaltseinkommens leisten können. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Das sind zwei Quadratmeter mehr als noch vor sechs Jahren. Hier die wichtigsten Aspekte des Themas.

Wie entwickelt sich der Mietmarkt? Die Mieten sind laut IW in den vergangenen sechs Jahren um 10,2 Prozent gestiegen. Besonders dramatisch ist die Zunahme in Berlin mit 26 Prozent, in München mit 14 Prozent, in Köln mit 13 Prozent und in Hamburg mit 12 Prozent. Allerdings liegt die Durchschnittsmiete nur in 20 der 402 Kreise über 9 EUR je Quadratmeter, deutschlandweit zahlt man im Schnitt 6,90 EUR . Bezogen auf die Einkommen gibt das IW Entwarnung: Weil diese im gleichen Zeitraum um 11,5 Prozent stiegen, können sich die Menschen vielerorts größere Wohnungen leisten.

Woran liegt das? Das IW spricht von einem „regelrechten Nachfrageboom“ in Ballungszentren und Universitätsstädten. Nach Berlin sind seit 2010 weitere 240 000 Menschen gezogen. Auch die hohen Mieten in München haben niemanden abgeschreckt: Dorthin zogen 140 000 Menschen. Durch die höhere Nachfrage wird Wohnraum knapper. Immobilienpreise und Mieten steigen entsprechend.

Wie viel Geld sollte man eigentlich für die Wohnung ausgeben? „25 Prozent des verfügbaren Einkommens sehen wir als vernünftiges Maß für eine Mietbelastung an“, sagt Ralph Henger, IW-Volkswirt mit dem Schwerpunkt Finanz- und Immobilienmärkte. „Kritisch wird es, wenn mehr als ein Drittel des Einkommens für die Miete verwendet wird.“

Wo können sich die Menschen am meisten Wohnraum leisten? In ländlichen Gegenden. Am meisten Wohnfläche kann sich ein Durchschnittshaushalt im bayerischen Landkreis Dingolfing-Landau oder in Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen) leisten, wo ein Viertel des Einkommens für 120 Quadratmeter reicht. Das zeigt die Gegenüberstellung des Instituts der deutschen Wirtschaft von Wohnkosten und verfügbarem Einkommen.

Wo reicht das Durchschnittseinkommen nur für kleine Wohnungen? Das gilt vor allem für die Universitätsstädte. In Trier, Freiburg, Heidelberg und Würzburg liegt die Wohnungsgröße, die die Menschen dort für 25 Prozent des Durchschnittseinkommens mieten können, bei 60 Quadratmetern. Auch eng wird es in Großstädten wie Berlin, München und Hamburg, wo das Geld für etwa 70 Quadratmeter reicht.

Sind nicht auch die Nebenkosten wegen höherer Strompreise gestiegen? Nein. Laut den Berechnungen des IW sind die Nebenkosten zwischen 2010 und 2016 nur um 7 Prozent gestiegen. Grund ist der Rückgang der Heizkosten in den vergangenen beiden Jahren.

Wird man sich in Zukunft in einigen Gegenden Deutschlands keine Wohnungen mehr leisten können? Nicht unbedingt. Die Experten des IW gehen eher vom Gegenteil aus. „Ohne den Zuzug von Flüchtlingen im vergangenen Jahr hätte die Dynamik in Deutschland sogar nachgelassen“, sagt Henger über die Entwicklung der Mietpreise. „Die Bautätigkeit zieht an.“ Bis das allerdings Wirkung zeigt, dauert es oft drei bis fünf Jahre. Der Mieterbund nimmt zwar an, dass die Flüchtlinge sich bislang nur bedingt am Wohnungsmarkt bemerkbar machen. Laut seinen Schätzungen fehlen in Deutschland jedoch 800 000 Wohnungen.

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17.08.2016, 06:00 Uhr
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