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Kommentar

Bescheidener Schritt

Die Steuerschlupflöcher für multinationale Unternehmen sollen innerhalb der EU gestopft werden. Es ist ein erster Schritt auf dem Weg zur Steuergerechtigkeit, aber leider nur ein bescheidener.

07.10.2015
  • KAREN EMLER

Denn bis der Moloch EU diese Pläne umgesetzt hat, gehen noch viele Monate ins Land. Erst 2017 soll das Vorhaben greifen.

Was werden wohl die multinationalen Unternehmen bis dahin tun, die bisher eifrig Gewinne über Landesgrenzen hin und her geschoben haben, um möglichst wenig Steuern zu zahlen? Warten, bis ihnen die Bilanz vermasselt wird? Wohl kaum. Wahrscheinlicher ist es, dass sie Heerscharen von Juristen und Finanzexperten beschäftigen werden, die nichts anderes zu tun haben, als neue Schlupflöcher zu finden und frühere Sündenfälle so umzubuchen, dass die Konzerne auch dafür nicht mehr angreifbar sind.

Womöglich müssen sie sich damit auch gar nicht beeilen. Was sich die EU-Finanzminister ausgedacht haben, muss noch vom EU-Parlament abgenickt werden. Diesem haftet der Ruf an, gerne ausführlich und kontrovers zu diskutieren. Es wäre auch nicht das erste Mal, dass das Parlament ein Gesetzesvorhaben blockiert. Vordergründig, weil es um Ungereimtheiten geht, hintergründig, weil es für das eigene Land womöglich viel zu viel Ungemach bedeuten würde.

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07.10.2015, 12:00 Uhr
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