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Berlin um gute Kontakte zu Ankara bemüht

20.08.2016
  • TANJA WOLTER

Berlin. Die Bundesregierung bemüht sich trotz der aktuellen Spannungen weiter um enge Kontakte zur türkischen Regierung. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte: „Auch gegenüber der Türkei gilt: Ein gutes Verhältnis ist einem angespannten vorzuziehen, und in diesem Geist führe ich die Gespräche mit Präsident Erdogan.“ Sie sehe „eine besondere Verbindung“ zwischen beiden Staaten. Sie verwies auf die über drei Millionen türkischstämmigen Menschen in Deutschland. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) plant eine Reise in die Türkei.

Die Beziehungen zwischen Ankara und Berlin waren wegen der repressiven Reaktion der türkischen Regierung auf den Putschversuch abgekühlt. Eine interne Einschätzung des Innenministeriums zu türkischer Unterstützung für Islamisten hatte für weiteren Ärger in Ankara gesorgt.

Die Türkei wiederum strebt nach Angaben seines Botschafters in Brüssel, Selim Yenel, einen EU-Beitritt vor dem Jahr 2023 an. Es wäre „die Krönung“ für sein Land, zum hundertsten Gründungstag der Türkischen Republik Mitglied der EU werden zu können, sagte er. Die Aussichten auf echte Fortschritte in den Beitrittsverhandlungen sind zurzeit aber eher gering – etwa wegen der erwogenen Wiedereinführung der Todesstrafe. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Verhandlungen würden „ergebnisoffen“ geführt, ein Beitrittszeitpunkt könne daher nicht genannt werden.

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20.08.2016, 06:00 Uhr
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