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Berlin ist der beliebteste Drehort in Deutschland, doch manche Anwohner sind genervt
Dreharbeiten zu der arabischen TV-Serie „Memory of a Paper (Zakira Min Waraq)“ auf dem Gendarmenmarkt in Berlin. Foto: dpa
Die Hauptstadt als Kulisse

Berlin ist der beliebteste Drehort in Deutschland, doch manche Anwohner sind genervt

Filmteams lieben Berlin für seine Vielfalt an Motiven. Doch gesperrte Straßen und Halteverbote verärgern Anwohner – für die Behörden eine Zwickmühle.

16.08.2016
  • MARKUS PLÜM, DPA

Berlin. „Lola rennt“, „Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat“, „Die Tribute von Panem“ oder „Homeland“. Berlin ist eine Spielwiese für nationale wie internationale Film- und Fernsehproduzenten. Rund 4000 Drehs finden pro Jahr in Berlin statt. Zuständig für die Erteilung der Drehgenehmigungen ist die der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt untergeordnete Verkehrslenkung Berlin (VLB). „Die Hauptstadtregion ist Deutschlands beliebtester Film- und Fernsehschauplatz“, sagt Senatsverwaltungssprecher Martin Pallgen. Diese Beliebtheit sorgt bei Anwohnern für Ärger. Denn für Dreharbeiten müssen stellenweise ganze Straßenzüge gesperrt oder Halteverbotszonen eingerichtet werden. „In der Regel handelt es sich um Maßnahmen, die ein bis drei Tage dauern“, sagt Pallgen.

Die Wut darüber sammelt sich bei den Ordnungsämtern in den beliebten Bezirken Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf und Friedrichshain-Kreuzberg. Es „gehen immer wieder Beschwerden von Anwohnern über Sperrungen durch Filmaufnahmen ein“, sagt Marc Schulte, Sprecher des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf. Auch in Berlin-Mitte träten „Beschwerden von Anwohnern über die Aufstellung von temporären Halteverbotszonen“ auf, teilt Karin Grunz vom Bezirksamt Mitte mit.

„Es ist ein Mix aus kreativen und ökonomischen Faktoren, der Berlin als Filmstadt so attraktiv macht. Im Vordergrund steht natürlich die Motivvielfalt“, sagt Eike Wolf vom Studio Babelsberg. Die deutsche Traumfabrik betreut pro Jahr zwischen drei und fünf internationale Produktionen, die in Berlin gedreht werden. „Berlin ist eine perfekte Kulisse und kann auch perfektes Double sein für Städte wie London, New York oder Moskau.“

Trotzdem werde versucht, die Beeinträchtigungen für Anwohner und Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten, heißt es von Seiten der VLB. Die Filmfirmen erhielten die Auflage, Anwohner über Art und Grund der Filmarbeiten sowie Ort, Zeit und Ablauf aufzuklären. Das bestätigt der Babelsberg-Sprecher: Entweder gehen Mitarbeiter von Tür zu Tür oder es werden Anschreiben versendet: „Wir stoßen vornehmlich auf Verständnis.“

Dennoch komme es vor, dass Autos auch nach Einrichtung einer Halteverbotszone am Filmset parken. Sind die Halter nicht ausfindig zu machen, muss abgeschleppt werden. Bei der VLB ist man inzwischen sensibilisiert: „Es kommt durchaus vor, dass für besonders nachgefragte Bereiche eine Zeit lang keine Genehmigungen erteilt werden“, so Pallgen. Dennoch: Berlin gelte „international als sehr drehfreundlich, das heißt, dass die Behörden bei Drehgenehmigungen sehr kooperativ sind und schnell arbeiten“, sagt Babelsberg-Sprecher Wolf.

Denn letztendlich ist es auch ein finanzieller Faktor, der in die Überlegungen der Verwaltung einfließt. Trotz einer vergleichsweise geringen Gebühr von maximal 787 Euro für eine Dreherlaubnis flossen dadurch im Jahr 2015 etwa 270 000 Euro in die Landeskasse, seit 2011 rund 1,2 Millionen. Geld, auf das man nicht verzichten möchte.

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16.08.2016, 06:00 Uhr
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Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
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