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Es ist noch nicht sicher, dass der US-Notenbankchef eine zweite Amtszeit bekommt

Ben Bernanke steht unter Beschuss

Die Ökonomen attestieren Ben Bernanke, einen guten Job gemacht und die große Depression verhindert zu haben. Doch die Politik steht keineswegs hinter dem mächtigen US-Notenbankchef.

23.07.2009

Seelenruhig sitzt er im Kreuzfeuer der Kritik, ganz der gütige Professor. Allzu lästige Fragesteller konfrontiert Ben Bernanke gerne mit volkswirtschaftlichem Grundlagenwissen, wie um zu zeigen, wie sehr sie es nötig hätten. Kaum ein anderer ist so sehr zum Gesicht des Kampfes gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise geworden wie der US-Notenbankchef. Und als der 55-Jährige dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses in bewährter Art Rede und Antwort stand, ließ er sich das Erreichte nicht vermiesen: "Ich bin stolz auf unsere Arbeit ", erklärte er. Nicht jeder ist seiner Meinung, schon gar nicht im US-Kongress. Noch ein halbes Jahr ist es hin, bis Bernankes erste Amtszeit an der Spitze der mächtigsten Notenbank der Welt endet. Aber schon rätselt Amerikas Wirtschafts- und Finanzwelt, ob Präsident Barack Obama den früheren Princeton-Professor im Januar für weitere vier Jahre nominiert. Das gilt zwar als wahrscheinlich, keinesfalls aber als sicher, zumal Bernanke 2006 noch von George W. Bush ins Amt gebracht worden war. Immer wieder fällt der Name von Obamas Vertrautem, Wirtschafts-Spitzenberater und Ex-Finanzminister Larry Summers, wenn es um mögliche Mitbewerber um den Top-Job der Fed geht. Obama gibt sich bedeckt. Bernankes Gegnern im Kongress geht es aber ums Grundsätzliche: Die Fed habe in ihrer Rolle als Aufseherin über die Bankenwelt versagt. Viel zu lange habe die Zentralbank unter Vorgänger Alan Greenspan die Zinsen zu niedrig gelassen und damit den verhängnisvollen US-Immobilienboom mit ausgelöst - die Ursachen allen Übels. Und Ben Bernanke habe es schlicht zu weit getrieben, als die Notenbank nicht nur Hunderte Milliarden Dollar in das Finanzsystem pumpte, sondern auch Mega-Zocker wie den Versicherungsgiganten AIG rettete. Im Kongress kursiert ein Gesetzentwurf, der die Geldpolitik der Notenbank einer genauen Prüfung durch die Untersuchungsbehörde des Kongresses (GAO) unterzogen sehen will. Mehr als die Hälfte der Abgeordneten des Repräsentantenhauses befürworten die Vorlage, hinter der prominent der republikanische Ex-Präsidentschaftsbewerber Ron Paul steckt, der die Fed am liebsten ganz abgeschafft sehen möchte. Dass Obama der Notenbank nun noch größere Befugnisse einräumen will, lässt ihre Widersacher schaudern. Bernanke lassen die Anwürfe kalt. Manchmal verrät nur ein leichtes Beben der Lippen die Anspannung. "Ich bedauere nichts von dem, was wir getan haben ", sagte er unlängst. Es habe das Risiko einer zweiten Großen Depression gegeben. "Das haben wir abgewendet. " Fachkollegen stützen den Ökonomen, der sich in der Zunft vor allem mit Forschung über die Wirtschaftskrise der 30er Jahre einen Namen machte. Eine Umfrage unter 46 renommierten Ökonomen der Privatwirtschaft ergab: Mehr als 90 Prozent von ihnen sind für eine zweite Amtszeit. Einer erklärte seine Unterstützung für Bernanke so: "Summers soll nicht ernannt werden. " Denn viele fürchten, dass die Unabhängigkeit der Fed erheblichen Schaden nehmen könnte, trotz aller fachlicher Brillanz Summers. Als werbe er um jede Unterstützung, geht Bernanke für einen Fed-Chef inzwischen auch eigene PR-Wege und tritt auf Bürgerversammlungen auf - höchst ungewöhnlich für jemanden, der 2006 mit der Maßgabe angetreten war, kein "Rockstar " wie Alan Greenspan sein zu wollen. dpa

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23.07.2009, 12:00 Uhr
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