Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Unternehmen

Bekleidungsgeschäft mit besonderer Belegschaft

Im „wasni“ produzieren Behinderte nach Wunsch der Kunden gestaltete Hemden und Hoodies.

05.11.2019

Von Rainer Lang

Daniel Kowalewski und Yaprak Kukurova erfüllen individuelle Bekleidungswünsche. Foto: Rainer Lang

Esslingen. Seine Zufriedenheit ist heute deutlich höher als früher. Da war Daniel Kowalewski noch in führender Position bei Industrieunternehmen in der Region Stuttgart tätig. Als sich der Betriebswirt nach 13 Jahren eine Auszeit nahm, wurde ihm klar, „dass ich nicht in die alte Welt zurück wollte“. Mit 38 Jahren machte er als „Bufdi“ ein Jahr lang Bundesfreiwilligendienst. Mittlerweile leitet er eine ungewöhnliche Firma in Esslingen.

Der Gedanke, ein Sozialunternehmen zu gründen, wurde vor fünf Jahren konkret. „Mein Ziel ist nicht Gewinnmaximierung“, erklärt der Firmenchef. Er will „zur Lösung eines Problems beitragen“. Deshalb sind in dem siebenköpfigen Team mehr als die Hälfte der Mitarbeiter Personen mit einer Behinderung. Die Firma ist als Integrationsunternehmen anerkannt.

„Mein Ziel war es, zu beweisen, dass man wirtschaftlich erfolgreich arbeiten kann trotz „besonderer Belegschaft“, sagt Kowalewski. Hinter dem Firmennamen „wasni“ verbirgt sich das Konzept: Wenn anders sein normal ist. Dass es eine Textilfirma geworden ist, sei der zufälligen Begegnung mit der kleinwüchsigen Modedesignerin Nadine Feist zu verdanken, die gerade ihre Ausbildung beendet hatte, sagt der Chef. „Meine textile Kompetenz war bei Null“, erklärt er lachend.

Mit der Maßschneiderin und Designerin hat Kowalewski in der Küferstraße in Esslingen ein Geschäft aufgebaut, in dem T-Shirts und Kapuzenpullis (Hoodies), nach individuellen Wünschen und mit nach ökologischen und fairen Kriterien gefertigten Stoffen entstehen. Ob das Bündchen und das Innenfutter bunt sind oder der Pullover nach Maß gefertigt ist, das alles gibt es im Baukastensystem. Die Kunden können zuschauen, wie zum Beispiel die gehörlose Yaprak Kukurova Produkte an den Nähmaschinen herstellt. Mehr als eine Millionen Varianten sind möglich.

„Das Konzept gibt es in Deutschland sonst nicht“, sagt Kowaleski stolz, der sich freut, inzwischen sogar in die Gewinnzone kommt. Vor zwei Jahren ist ein Onlineshop dazugekommen, der über Crowdfunding vorfinanziert wurde. Wasni erhielt kürzlich den mit 3000 Euro dotierten Preis der Evangelischen Akademie. Gewürdigt wurde die 2015 von Kowalewski gegründete Manufaktur als „erstes und einziges Inklusionsunternehmen im Modebereich in Deutschland“, in dem Menschen arbeiten, die in „klassischen“ Unternehmen keine Chance bekommen.

Info www.wasni.de

Zum Artikel

Erstellt:
5. November 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
5. November 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 5. November 2019, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Aus diesem Ressort

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+