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Kommentar · Deutsche Bank

Beispiellose Zäsur

Die Börse fällte gestern ein fast schon vernichtendes Urteil: Um zeitweise acht Prozent rutschte der Kurs der Deutschen Bank ab. Das größte deutsche Geldhaus steht tatsächlich alles andere als gut da.

30.10.2015
  • ROLF OBERTREIS

Eher schlecht, wie Vorstandschef John Cryan in schonungsloser Offenheit und mit drastischen Worten beschrieb. Es ist eine beispiellose Zäsur für die Deutsche Bank, die der Brite vollzieht. Aber sie ist offensichtlich unvermeidlich.

Die Arbeit auch vom ehemaligen Bankchef Josef Ackermann erscheint heute in einem fahlen Licht, die seines Nachfolgers Anshu Jain ohnehin. Das einstige Vorzeigeunternehmen der deutschen Wirtschaft ist seit der Jahrtausendwende zu einem unübersichtlichen, ineffizienten und vor allem schlecht kontrollierten Konglomerat geworden.

Zahlen müssen jetzt die, die für die Malaise und die Skandale nicht verantwortlich sind: Die Aktionäre, die wegen der drastischen Kursverluste ohnehin schon gebeutelt sind, mit dem Ausfall der Dividende für gleich zwei Jahre. Vor allem aber die Mitarbeiter, die ihre Jobs verlieren.

Die unruhigen Zeiten bei der Deutschen Bank sind damit längst nicht vorbei. Es wird vermutlich erst einmal noch schlimmer, bevor es besser werden kann. Erst 2018 könnte wieder ein einigermaßen normales Jahr werden. Die Misere ist schlecht auch für den Standort Deutschland. Schließlich geht es um nicht irgendein Geldhaus. Es geht um die Deutsche Bank.

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30.10.2015, 12:00 Uhr
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