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Partner-Check in sieben Minuten

Beim Speed-Date spielt die Zeit gerne einen Streich

Auf der Suche nach der großen Liebe? Beim Reutlinger Speed-Dating können Singles im Eiltempo potenzielle Partner kennenlernen. Als Undercover-Journalist habe ich dieses Angebot getestet – und die Relativität der Zeit gespürt.

05.10.2015
  • Maik Wilke

Ein Sekt zum Empfang löst die Zunge und beruhigt die Nerven. Ein wenig Aufregung steht den vier Frauen und sieben Männern, die sich am Sonntag beim Reutlinger Speed-Dating im Restaurant Joli eingefunden haben, ins Gesicht geschrieben. Seit September gibt es diese wöchentliche Chance, einen neuen Partner im Eilverfahren kennenzulernen.

Beim Speed-Date spielt die Zeit gerne einen Streich
Vier Dates in 30 Minuten: Was eigentlich Aufreißern vorbehalten ist, wird beim Reutlinger Speed-Dating zur Normalität.Bild: Haas

Moderatorin Svenja erklärt die Regeln: Jedes Date dauert sieben Minuten, dann klingelt die Glocke. Die Gesprächspartner schreiben den Namen des Gegenübers auf ihre Date-Karte und kreuzen daneben ein „Ja – Ich möchte den Partner wiedersehen“ oder ein „nein“ an. Die Frauen nehmen an ihren Tischen Platz, die Herren tingeln von Tisch zu Tisch. Die Glocke bimmelt, Runde eins beginnt.

Date 1 – Luisa (Namen der Teilnehmerinnen geändert): Der Einstieg in die Unterhaltung fällt erstaunlich leicht. Luisa und mir brennen die gleichen Fragen auf den Lippen: „Bist du auch nervös? Ist es auch dein erstes Speed-Dating?“ Über die Komödie „Hitch – der Date-Doktor“ landen wir bei Schnulzen von Til Schweiger und lassen uns über dessen neue Werke aus. Mehrmals bringt sie mich zum Lachen, und auch ich mache wohl keinen schlechten Eindruck. Die Glocke läutet, das Kreuzchen ist platziert. Auf geht‘s zum nächsten Date.

Date 2 – Elena: Auch mit der zweiten Partnerin komme ich schnell ins Plaudern. Allerdings geht‘s jetzt um die Berufe: „Ich bin Sekretärin und du?“ – Masterstudent der Germanistik, lüge ich Elena an, um meine Identität als TAGBLATT-Volontär nicht preisgeben zu müssen. Ein bisschen Flunkern ist bei den Hochgeschwindigkeits-Dates wohl eh’ üblich. Nicht gelogen ist dagegen, dass ich ein Bar-und-Bier-Typ bin und wie sie eher einen Bogen um überfüllte Clubs mache. Das passt also schon einmal.

Date 3 – Sophie: Nachdem Wohnort und Beruf abgehandelt sind, diskutiere ich mit meinem dritten Date über Musik. Sophie spielt Gitarre, mag aber keine Schlager. Als zweimaliger Ballermann-Urlauber erkläre ich ihr, dass die Lieder durchaus Stimmung verbreiten – wenn auch erst nach 1,5 Liter Sangria. Für ein erstes Gespräch war diese Argumentation wohl etwas ungeschickt, denn plötzlich war sie da: die gefürchtete Stille, die etwas zu lange Pause, die sich zieht wie ein zu lang gekauter Kaugummi. In Gedanken prüfe ich mögliche Auswege: „Hast du irgendwelche Allergien?“ – Eine Schwachsinns-Idee! „Bist du katholisch oder evangelisch?“ – interessiert mich doch gar nicht. Schon erstaunlich, was einem so alles durch den Kopf schießt. Doch noch bevor ich eine Lösung finde, erlöst mich das Klingeln der Glocke vom peinlichen Schweigen.

Date 4 – Sarah: Beim vierten und letzten Date an diesem Nachmittag, horche ich meine Gesprächspartnerin ein wenig aus: „Wie lief es denn bisher? Wie haben sich die Männer geschlagen?“ Interessant und spannend seien ihre Gespräche gewesen, erklärt Sarah. Dann fügt sie mit einem Lächeln hinzu: „Bisher zumindest“ – und setzt mich damit etwas unter Druck. Doch die Unterhaltung läuft gut, mit der jungen Frau finde ich gleich ein passendes Thema. Neben unseren sportlichen Aktivitäten erzählen wir uns auch Highlights aus der Studienzeit. Aber kaum waren wir wirklich in der Unterhaltung, hören wir schon wieder das laute Bimmeln der Glocke und machen verdeckt unser Kreuzchen.

Nur wenn beide Gesprächspartner das „Ja“ angekreuzt haben, bekommen sie am Abend ihre jeweiligen Kontaktdaten zugeschickt. Einmal habe ich „Ja“ angekreuzt – und habe damit sogar eine Übereinstimmung erreicht. „Was sie dann damit anfangen, liegt ganz bei Ihnen“, erklärt Veranstalter Pascal Uter nach den Dates. Als ich meine Undercover-Tarnung aufdecke, plaudere ich noch einmal mit den Damen, die mir ihr Fazit der Treffen verraten: „Die Zeit ging deutlich schneller vorüber als gedacht“, sagt Luisa. Für Elena ist das Speed-Dating eine „tolle Erfahrung, die ich anderen empfehlen werde. Schließlich kann man nichts verlieren.“

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05.10.2015, 12:00 Uhr
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