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Ratespaß im Wochenturnus

Beim Quiz in den Tübinger Kneipen ist Allgemein- und Musikwissen gefragt

Immer mehr Gastronomen entdecken das Kneipen-Quiz als Marketingstrategie – sehr zur Freude vieler Tübinger Rätselfans.

19.01.2010

Von samantha schwippert

Welche Farbe hat das Haus von Michels Eltern auf Katthult? Und wie viel ist das Biquadrat von vier? Für die richtigen Antworten auf diese Fragen hätte es kürzlich beim Pub-Quiz im „Saints and Scholars“in der Tübinger Wilhelmstraße immerhin drei Punkte gegeben. Die Quiz-Tradition ist hier so alt wie die Kneipe selbst, sagt Mitarbeiterin Isabelle Kotzurek. Es sind hauptsächlich Stammgäste, die sich durch den zweiseitigen Fragebogen arbeiten.

„Wir testen unser Allgemeinwissen und wollen sehen, was wir hinkriegen“, sagt Stefan Kunze. Die Fragen werden zwar „so nebenher“ beantwortet, abgegeben wird aber immer, sagt er. Sie schreiben nur auf, was sie wirklich wissen oder worauf man sich beim Raten einigen konnte: „Wir googlen prinzipiell nicht mit dem Handy.“

Die jungen Männer sind von Anfang an dabei. Durchaus vorteilhaft ist die schwankende Größe ihrer Gruppe: „Die letzten kniffligen Fragen lassen sich im kleinen Kreis besser klären, dafür weiß in einem großen Team immer jemand was“, sagen die Mitstreiter.

„Wenn es mehr als zehn Leute sind, kann man nicht mehr effektiv raten“, zeigt die Erfahrung im „Hades“ in der Hafengasse. Für die Mitglieder des Quiz-Teams „Yippie Ya Yeah Schweinebacken“ ist das montägliche Musikquiz dort vor allem eines: Ein Fixtermin zur Pflege der sozialen Kontakte. Der harte Kern des Teams besteht aus sechs Leuten im Alter von 20 bis 30 Jahren. Für André Sackmann ist es auch Familienzusammenführung. Seine Schwester sieht er nicht oft, „aber Montag 21 Uhr im Hades, das klappt fast immer“. Zeitgleich beginnt übrigens auch die Kneipen-Quiz-Runde im Bierkeller.

Titel und Interpret müssen erraten werden

„High Fidelity“ heißt das Musikquiz, das vor fünf Jahren im Alt-Tübingen eingeführt wurde. Als dort im Frühjahr der Pächter wechselte, zog der Ratespaß in den „Hades“ um. Getreu dem jeweiligen Motto werden Musikstücke gespielt, „Titel und Interpret müssen dann erraten werden“, sagt Inhaberin Annegret Brüssel, die sich über ein volles Haus an den Quiz-Abenden freut. Zu gewinnen gibt es an diesem Abend eine Drei-Liter-Säule Most. Allerdings verteilt DJ Oli auch Kreativschnäpse für Antworten, die ihn selbst beeindrucken. Nach einem Warm-up geht es ans Eingemachte und richtig knifflig wird es spätestens in der Kategorie Pop: Hier gilt es, Songtitel und Name des Interpreten aus dem Kauderwelsch rückwärts abgespielter Stücke herauszufiltern.

Spätestens als das Schweinebacken-Team ein kleines Tagebuch zückt, gespickt mit Fotos und Quiz-Notizen, ist klar: Es handelt sich um ganz eingefleischte Fans. Das Team ist seit fast zwei Jahren dabei, folgte dem Quiz vom „Alt-Tübingen“ zum „Hades“. Die gute Stimmung am Tisch täuscht fast darüber hinweg, dass die Quiz-Teilnahme durchaus mit einer gewissen Ernsthaftigkeit betrieben wird: „Nach jeder Runde wird der Zwischenstand bekannt gegeben. Wenn wir dann knapp hinten liegen, geben wir noch mal Gas“, sagt Philipp Hagmann. Außerdem gebe es eine gewisse Rivalität mit dem Team „Schmocks“.

Ähnliches kann man immer dienstags in der „Tangente Night“ beobachten, wo das Musikquiz „Dr. Music“ Tradition ist und im Dezember zum 100. Mal stattfand. „Wir spielen Musik aus allen Bereichen und machen wild-interaktive, schnelle Raterunden“, heißt es in der Veranstaltungsbeschreibung.

Eher ruhig geht es dienstags beim Quiz im „Credo“ im Französischen Viertel zu – die Gäste unterhalten sich mitunter im Flüsterton: „Die Leute sind einfach beschäftigt“, sagt Inhaber Mario Geiselhart. Hier wird Allgemeinwissen abgefragt. 50 Fragen werden vom letztmaligen Gewinnerteam vorgegeben, über das Tagesmotto entscheiden die Zweitplatzierten.

Im Credo: Künstler gegen Akademiker

Viele Stammgäste, aber auch neue Gesichter beobachtet Geiselhart an den Rate-Abenden, die im Credo seit zwei Jahren veranstaltet werden. „Es gibt einen gewissen Battle zwischen Akademikern und Künstlern“, verrät der Inhaber amüsiert. Der Gewinn kann sich sehen lassen: Eine Magnum-Flasche Sekt, ein Kränzchen Kölsch und ein Verzehrgutschein über 20 Euro. Für alle, die weder montags noch dienstags auf ihre Rate-Kosten gekommen sind, bietet der „Ammerschlag“ in der Ammergasse mittwochs ab 20 Uhr eine weitere gesellige Denksport-Möglichkeit.

Übrigens: Das Haus von Michels Eltern auf Katthult ist rot, und das Biquadrat von Vier ist 256.

Beim Musikquiz im „Hades“ hält Oliver Frate das Mikro in der Hand. Bild: Faden

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Erstellt:
19. Januar 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
19. Januar 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. Januar 2010, 12:00 Uhr

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