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Kommentar Gastronomie

Beifall verdient

Der Tourismus boomt in Baden-Württemberg. Das Land hat ja auch einiges zu bieten für die freizeit-orientierte Bevölkerung aus dem In- und Ausland. Wer das Gastgewerbe da noch mit dem früheren Wehklagen über eine darbende Branche und mit Bildern von verlassenen Dorfgaststätten und fehlenden Mitarbeitern in Verbindung bringt, liegt nicht ganz, aber doch weit daneben.

06.02.2018
  • HELMUT SCHNEIDER

Stuttgart. Es ist gut, dass es den Wirten und Hoteliers wieder besser geht. Ohne sie wäre das Reiseland nur halb so attraktiv. Ist ihre Klage über eine Bürokratie, die sie teilweise als widersinnig und lebensfern, in jedem Fall aber belastend empfinden, nur das übliche Jammern – jetzt auf leicht höherem Niveau?

Nein. Wenn die Wirte an ihren Stammtischen und in der Öffentlichkeit gegen das Zehn-Stunden-Gebot des deutschen Arbeitszeitgesetzes Sturm laufen, dann haben sie Beifall verdient – von ihrer Kundschaft ebenso wie von ihren Mitarbeitern. Die sollen und wollen ja auch nicht länger arbeiten. Aber sie wollen zusammen mit ihrem Chef selbst bestimmen, wann.

Es wird ständig betont, wie wichtig maßgeschneiderte, also flexible Arbeitszeiten sind. Im Gastgewerbe sind sie ein Muss. Der Dehoga-Chef hat recht: Man kann Maschinen abstellen, aber nicht die Bedienung und den Koch heimschicken, wenn die Gäste noch Durst und Hunger haben.

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06.02.2018, 06:00 Uhr
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