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Die Könige der Lüfte

Bei der DM im Fallschirmspringen geht es vor allem um Prestige

2000 Sprünge in acht Disziplinen: Bei den deutschen Meisterschaften im Fallschirmspringen kämpfen 220 Athleten um Ruhm und Ehre.

21.08.2012
  • DPA

Hohenlockstedt Auf den ersten Blick sieht man dem Gelände seine militärische Vergangenheit an: Leicht verstreut liegen die Gebäude des Flugplatzes "Hungriger Wolf" bei Itzehoe - Kontrollstation, Feuerwehrhalle, Flugzeughangar. Ringsum erheben sich dichte Baumreihen. Früher landeten hier Bundeswehrmaschinen, jetzt schweben bunte Fallschirme sanft vom Himmel. Tagelang war der Flugplatz Veranstaltungsort der deutschen Meisterschaften im Fallschirmspringen.

"Wir wollen immer noch von dem Image weg, dass Springer alle wahnsinnig sind", sagt Yorck Vettereck vom ausrichtenden Verein Yuu-Skydive. "Fallschirmspringen hat als Sport in Deutschland längst nicht den Stellenwert wie in England oder Frankreich." Dabei sei es längst ein streng reglementierter und vor allem sicherer Sport, sagt Vettereck, der hauptberuflich eine Inneneinrichtungsfirma betreibt.

In acht Disziplinen - vom Zielspringen bis zur Freifallformation - können sich die 220 Teilnehmer untereinander messen. Den Siegern winken keine Preisgelder, dafür Ruhm und Ehre. Und die Qualifikation für die Europameisterschaften 2013.

Damit alles einen geregelten Gang nimmt, wurden sogar Dopingkontrollen eingeführt: "Fallschirmspringer haben einen Puls wie 100-Meter-Läufer, der Körper tobt", sagt Vettereck, der selbst als Trainer arbeitet. Medizinische Hilfsmittel zur Konzentrationssteigerung könnten da einen großen Einfluss haben.

Für die meisten Teilnehmer stehen bei den Sprüngen aus 3200 Metern Höhe jedoch Spaß und sportliche Herausforderung im Mittelpunkt. "Der Wettkampf hier ist nicht so verbissen", sagt Andre Maurice, der mit seinem Team Yuunited-4 in der Freifallformation antrat.

Dabei mussten die Teammitglieder innerhalb von 35 Sekunden vorgegebene Figuren "turnen". Dabei beschleunigen sie auf bis zu 200 Stundenkilometer. Ein Kameramann fliegt über der Gruppe und hält jede Bewegung fest. Das Videomaterial werten Kampfrichter dann am Boden aus und vergeben Punkte für gelungene Choreographien.

Auch wenn es Überwindung kostet, die Gefahren des Sports scheinen überschaubar: 10 000 aktive Fallschirmspringer gibt es bundesweit nach Angaben des Deutschen Fallschirmsport-Verbands (DFV). Im Schnitt absolvieren sie 280 000 Sprünge im Jahr, hinzu kommen 32 000 Tandemsprünge.

Im Vorjahr endeten fünf Sprünge tödlich. "Die meisten Unfälle passieren bei zu hohem Risiko, vor allem bei der Landung", betont DFV-Geschäftsführer Helmut Bastuck. Früher habe sich ein Schirm mal nicht geöffnet, sagt er. Nun sind die Springer mehrfach gesichert, haben stets einen Ersatzschirm dabei, den sie nicht selbst packen dürfen.

Wie groß der Nervenkitzel dennoch ist, zeigt sich jedoch immer wieder: Auch nach hunderten oder gar tausenden Sprüngen steht jedem Teilnehmer bei der Landung auf dem Flugplatz "Hungriger Wolf" die Begeisterung ins Gesicht geschrieben.

Bei der DM im Fallschirmspringen geht es vor allem um Prestige
Der Formationsflug ist nur eine von acht Fallschirm-Disziplinen.

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21.08.2012, 12:00 Uhr
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