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Stress, Lärm und dauernd Unterbrechungen

Bei der Arbeitsschutzmesse A+A geht es um mehr als nur modische Kleidung

Arbeitsschützer warnen vor zunehmender Hetze im Job. Mit dem ständigen Zeitdruck steigt für viele Beschäftigte das Risiko psychischer Erkrankung. Auch die Unternehmen wollen dagegen etwas tun.

27.10.2015
  • DPA

Düsseldorf Immer schneller und schneller: Der Zeitdruck sitzt den Angestellten in Deutschland im Nacken. Mehr als jeder zweite Beschäftigte (56,8 Prozent) beklagt sich darüber. Der zweitgrößte Stressfaktor am Arbeitsplatz sind Störungen und Unterbrechungen. Das zeigt eine Auswertung des unter dem Dach des DGB-Bundesvorstands in Berlin angesiedelten Instituts "Gute Arbeit". Vorgelegt wurde das Papier zum Start der Düsseldorfer Arbeitsschutz-Messe A+A.

Auf den weiteren Rängen der Stress-Hitliste für Arbeitnehmer folgen ungünstige Körperhaltungen etwa in gewerblichen Berufen oder auch am Büro-Schreibtisch sowie Lärm. Arbeiten in der Nacht oder eine respektlose Behandlung durch Vorgesetzte, Kollegen oder Kunden spielen dagegen nach der Auswertung nur eine Nebenrolle unter den Stressfaktoren.

"Es gibt einen großen Bedarf an Aufklärung über psychische Belastungen am Arbeitsplatz", stellte Rolf Schmucker vom Berliner DGB-Institut zum Start der Arbeitsschutzmesse fest. Negative Folgen von Fehlbeanspruchungen können nach den Erkenntnissen der Forscher kurzfristig zu Ermüdung oder einem erhöhten Unfallrisiko führen. Langfristig drohten körperliche und psychische Erkrankungen.

Nach einer zur Messe vorgelegten aktuellen Umfrage des arbeitgebernahen Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft (IFAA) messen auch Fach- und Führungskräfte in der deutschen Wirtschaft den Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz, Arbeitszeitflexibilisierung und Fachkräftesicherung eine ständig steigende Bedeutung zu.

Während unter den aktuellen Themen derzeit noch die Organisation der Arbeitsprozesse im Fokus der Unternehmen stehe, sei die künftige Sicherung von Fachkräften nach Einschätzung der Unternehmenslenker die wichtigste Herausforderung der Zukunft, hieß es.

Die zunehmende Digitalisierung der Industrie stelle auch neue Anforderungen an den Arbeitsschutz, so bei der Zusammenarbeit mit Robotern, sagte IFAA-Direktor Sascha Stowasser. Gleichzeitig könne etwa der Einsatz von digitalen Datenbrillen oder Tablets künftig unter anderem die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt erleichtern, da derartige digitale Hilfsmittel problemlos auf jede Sprache einzustellen seien.

Mehr als 1800 Aussteller stellen bei der Düsseldorfer Fachmesse neue Trends zum Thema Arbeitsschutz vor - vom dynamischen Ohrstöpsel bis zur atmungsaktiven Schutzkleidung für Feuerwehrleute. Berufsbekleidung werde immer modischer und der Outdoor-Kleidung immer ähnlicher, hieß es. Hinzu kämen zunehmend praktische Details wie verlängerte Jacken und hinten höher geschnittene Hosen für Beschäftigte, die oft auf den Knien arbeiten müssten, oder spezielle Pinseltaschen bei der Malerbekleidung.

Innerhalb von zehn Jahren habe sich der Gesamtumsatz von 1,28 Mrd. EUR (2004) um 41 Prozent auf 1,8 Mrd. EUR im vergangenen Jahr gesteigert, berichtete der Vorsitzende des Aussteller-Beirats Arbeitsschutz-Messe A+A, Klaus Bornack.

Etwa ein Zehntel des weltweiten Umsatzes mit Arbeitsschutzartikeln werde damit in Deutschland erwirtschaftet. Die Branche profitiere zudem auch von der Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland, da deutsche Unternehmer dort auch die Produkte der Hersteller nutzten, so Bornack.

Bei der Arbeitsschutzmesse A+A geht es um mehr als nur modische Kleidung
Ein Mann testet auf der Arbeitsschutzmesse A+A in Düsseldorf ein Absturzsicherungssystem. Foto: dpa

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27.10.2015, 12:00 Uhr
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