Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Zusammen weniger allein

Bei Freelancer International finden Selbstständige Synergie-Effekte

In Freelancer International haben sich Selbstständige aus der Medien- und IT-Branche zusammengeschlossen. Seit kurzem leiten der Reutlinger Coach Bodo Mohr und der Kusterdinger Web-Entwickler Christopher Schmidhofer den Regionalverband Reutlingen-Tübingen.

26.08.2016

Von Fred Keicher

Die Freelancer bei Wexelwirken: Christopher Schmidhofer, Bodo Mohr und der Programmierer Joss Herrmann (von links) Bild: Keicher

Kusterdingen. „Alles ist Veränderung“ ist das Motto der beiden, die Dieter Gellermann nachfolgen. Der Walddorfhäslacher freie Journalist ist nach langen Jahren, in denen er „viel Herzblut“ (Mohr) eingebracht hat, in Rente gegangen und ins Badische verzogen. Auch Schmidhofer sagt: „Gellermann war überall. Es hieß: Wenn du Netzwerken willst, dann geh zu Gellermann.“

Netzwerken ist das Hauptwort der Freiberufler und Selbstständigen. Schmidhofer hat vor fünf Jahren in Wankheim „Wexelwirken Coworking Härten“ gegründet, das seinen Standort jetzt im Kusterdinger Gewerbegebiet Braike hat. Hier steht für die Freiberufler eine gemeinsame Infrastruktur zur Verfügung, in einem Großraumbüro hat jeder seinen individuell gestalteten Arbeitsplatz. Da steht ein selbstgebauter Schreibtisch mit dem ganzen Charme von rohen Dreischichtplatten. Der Mann kommt aus der Werbebranche. Ein völlig leerer Schreibtisch gehört einem Programmierer. Wenn er zum Arbeiten kommt, bringt er seinen Laptop mit, sagt Schmidhofer. Ein anderer Programmierer hat dafür gleich vier Monitore aufgebaut. Der Fotograf daneben schützt seine Monitore mit aufwändigen Blenden.

Auffällig ist das gelbe Telefonhäuschen aus dem analogen Altertum. Es beherbergt leere Pizzaschachteln. In Kusterdingen kommt aber kein Pizzabote, man geht fünf Minuten und holt sich die Pizza selber, erklärt Schmidhofer die ländlichen Sitten. Die ländliche Umgebung sei bei einigen sehr erwünscht, der Weg in den Wald sei kurz und der nach Tübingen oder Reutlingen auch. Alle gemeinsam können einen Besprechungs- oder Veranstaltungsraum nutzen. In dem steht auch ein üppig gepolstertes Sofa für ein Mittagsschläfchen.

„Die Produktivität steigt, wenn es Interaktion gibt“, sagt Schmidhofer und tritt der Meinung entgegen, dass der einsame Arbeiter am fleißigsten ist. „Es gibt Synergien, das kann man spüren.“ Mohr empfindet es als „Kompensation, die man sonst im Berufsleben auch hat“. Wichtig sei das vor allem in Extremsituationen: „Wenn einer tatenlos zwei Wochen an seinem Schreibtisch sitzt, dann merkt man, dass der enorm unter Druck steht.“ Da könne ein Netzwerk hilfreich sein.

Als Verband ist Freelancer International mit seinen etwa 350 Mitgliedern zu klein, um politisch zu wirken. Hier hat man sich mit dem in Berlin ansässigen Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland zusammengetan, der die Lobbyarbeit erledigt. Vor allem die gesetzlichen Regelungen in Bezug auf Scheinselbstständigkeit und Rentenversicherungspflicht stören die Freelancer. „Da muss eine Unterscheidung rein.“

Gerade im IT-Bereich gibt es Selbstständige, die lange an Projekten arbeiten und dann manchmal sogar drei oder vier Jahre in einem Unternehmen sitzen. Nach geltendem Recht müssten die sich von dem Unternehmen anstellen lassen und würden dann viel weniger verdienen. Die Rentenversicherungspflicht erklärt Schmidhofer eher mit dem Bedürfnis, die klammen Rentenkassen zu füllen, als mit einem Bedürfnis von Seiten der Freiberufler: „Wer es richtig macht, stellt einen Wirtschaftsplan auf, der die Alterssicherung natürlich berücksichtigt.“

Bei den regelmäßigen Treffen stehen Erfahrungsaustausch und Netzwerken im Mittelpunkt. Beim nächsten am Mittwoch, 14. September, geht es um den „Elevatorpitch – Oder: Warum fürchteten sich Apple-Mitarbeiter, wenn sie mit Steve Jobs im Fahrstuhl fuhren?“ Bodo Mohr erklärt, wie man es anstellt, wenn man nicht mal 60 Sekunden hat, sich und seine Arbeit vorzustellen.

Info: Das Treffen am 14. September ist in Kusterdingen, In der Braike 15. Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldung unter reutlingen@freelancer-international.de ist erforderlich.

Zum Artikel

Erstellt:
26. August 2016, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
26. August 2016, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 26. August 2016, 01:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+      Google+