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Zwangs-Rückruf für VW

Behörde greift ein: 2,4 Millionen Diesel-Pkw müssen in die Werkstätten

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat die Geduld mit VW verloren. Die Behörde zwingt den Konzern zum verpflichtenden Rückruf von 2,4 Millionen Autos.

16.10.2015
  • DPA

Berlin/Flensburg Wegen des VW-Abgas-Skandals müssen Millionen Autofahrer im nächsten Jahr mit ihrem Diesel in die Werkstatt. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ordnete einen verpflichtenden Rückruf für alle 2,4 Millionen Fahrzeuge mit manipulierter Motor-Software in Deutschland an, wie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in Berlin sagte. Die Großaktion zum Austausch der Software soll im Januar 2016 starten und sich bis Jahresende ziehen.

Die Rückrufaktion trifft vor allem die VW-Kernmarke. Aber auch die VW-Schwestermarken Audi, Seat, Skoda und einige VW-Nutzfahrzeuge zählen zum Kreis des Rückrufes. Es geht um 2,4 Millionen Fahrzeuge, wie Dobrindt erläuterte.

Für die Autofahrer ändert sich bis dahin nichts. "Die Fahrzeuge sind verkehrssicher und können deswegen auch im Einsatz ganz normal gefahren werden", sagte Dobrindt. Halter müssen erst aktiv werden, wenn sie von VW Post bekommen. Die Rückrufaktion ist dann aber für sie Pflicht. Ein KBA-Sprecher sagte am Donnerstag, dass in letzter Konsequenz den Haltern bei Verweigerungen die Stilllegung der Wagen drohe.

Das Bundesamt werde "den Beginn und den Fortgang der Rückrufaktion überwachen", sagte Dobrindt. Bei freiwilligen Nachbesserungen in der Regie des Konzerns bleibt es also nicht. Bis Ende Oktober muss VW der Behörde nun die geplante neue Software für die 2,0-Liter-Modelle vorstellen, bis Ende November dann die Lösungen für die Fahrzeuge mit 1,6 Litern und 1,2 Litern Hubraum.

"Volkswagen erlebt eine schwierige Zeit", schrieb VW-Vorstandschef Matthias Müller in einem Brief an Dobrindt. Mit der Behörden-Entscheidung sei nun aber "eine Möglichkeit eröffnet, für die Europäische Union ein gemeinsames und abgestimmtes Vorgehen in allen Mitgliedsstaaten zu erreichen". Müller sicherte den betroffenen Kunden Transparenz zu. VW werde "hart daran arbeiten, Vertrauen wieder herzustellen".

Europas größter Autobauer hatte im Oktober einen Katalog mit Plänen an das Bundesamt gesandt, in denen es um die Bewältigung des Skandals der per Spezialsoftware geschönten Abgaswerte geht. Gestern kündigte der Konzern an, europaweit insgesamt 8,5 Millionen Fahrzeuge zurückzurufen.

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16.10.2015, 12:00 Uhr
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