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Stuttgart

Behinderte häufig Opfer sexueller Gewalt

In vielen Einrichtungen für Behinderte kommt es noch immer zu sexuellen Übergriffen. Eine Initiative hat nun einen Forderungskatalog aufgestellt.

23.10.2015
  • EPD

Stuttgart Behinderte Menschen sind nach Angaben von Frauen- und Kinderschutzinitiativen nach wie vor in erheblichem Maß sexueller Gewalt ausgesetzt. Neuesten Untersuchungen zufolge hätten vier von zehn Behinderten, die in Einrichtungen betreut werden, bereits Erfahrungen mit sexueller Gewalt gemacht, sagte Karin Gäbel-Jazdi vom Stuttgarter Kinderschutz-Zentrum gestern. Das reiche von verbalen Übergriffen über ungewünschte Berührungen bis hin zur Vergewaltigung.

In Stuttgart hat sich in den vergangenen zwölf Monaten ein Runder Tisch gebildet, der nun ein konkretes Maßnahmenpaket gegen sexuelle Gewalt vorschlägt. So müsse es künftig in allen Heimen Ansprechpartner geben, an die sich Betroffene wenden könnten. Entsprechende Namenslisten müssten allen Bewohnern bekanntgemacht werden.

Außerdem solle das Thema in den Einrichtungen immer wieder angesprochen werden - und zwar schon beim Bewerbungsgespräch mit potenziellen neuen Mitarbeitern. "Die Erfahrung hat gezeigt, dass das Täter abschreckt", sagte Gäbel-Jazdi.

Tabea Konrad vom Frauenberatungs- und Therapiezentrum "Fetz" kritisierte die Rechtslage in Deutschland zur sexuellen Gewalt. So sei die Verurteilungsquote bei Vergewaltigern "unglaublich gering". Laut der aktuellen Rechtsprechung müsse sich eine Frau körperlich gegen einen Vergewaltigungsversuch wehren und Widerstand leisten. Das sei aber manchen Behinderten gar nicht möglich.

Marie-Luise Stöger vom Verein "Wildwasser" forderte hingegen mehr Anstrengungen beim Behindertenschutz. Während es nach den Missbrauchsskandalen der vergangenen Jahre beim Schutz Jugendlicher erhebliche Fortschritte gegeben habe, kämen vergleichbare Konzepte bei behinderten Menschen vergleichsweise langsam voran. Die Beratungsstellen wollen künftig selbst mehr für Barrierefreiheit tun, um etwa Blinden oder Geistigbehinderten leichteren Zugang zu Informationen zu beschaffen.

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23.10.2015, 12:00 Uhr
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