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Arbeitskampf

Befürchteter Kollaps bleibt aus

Streik legt Busse und Stadtbahnen in Stuttgart lahm. An Taxiständen kommt es zu Warteschlangen.

13.04.2018

Von TILMAN BAUR

Taxis sind am Streiktag heiß begehrt. Foto: Tilman Baur

Stuttgart. Verkehrskollaps auf den Straßen, überfüllte S-Bahnen und Bahnsteige: Befürchtungen hatte es genug gegeben mit Blick auf den Warnstreik im öffentlichen Dienst am Donnerstag, denn auch die Mitarbeiter der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) legten die Arbeit nieder, Busse und Stadtbahnen blieben im Depot.

An den S-Bahnhöfen Stadtmitte und Hauptbahnhof kann am Morgen von Kollaps aber keine Rede sein. „Ich habe keine Auffälligkeiten bemerkt“, sagt der 45-jährige Jens Bohnert, der auf dem Weg zur Arbeit ist. Eine Frau, Mitte 60, erklärt: „Ich fahre normalerweise mit dem Bus zur S-Bahn-Station, heute bin ich eben gelaufen.“ Weil Stadtbahnen und Busse ausgefallen sind, wurden auf manchen Strecken längere S-Bahnen eingesetzt. Am Hauptbahnhof sei der Betrieb „etwas überdurchschnittlich, aber nicht besonders“, sagt der 24-jährige Bahn-Mitarbeiter Tobias Dänzer. „Die Leute fragen, wie sie heute zur Arbeit kommen.“ Insgesamt ist er überrascht: „Wir hätten mehr Betrieb erwartet“, so Dänzer.

Die 61-jährige Gerhild Nick wohnt in Weil der Stadt und arbeitet als Erzieherin in Leinfelden. Sie ist auf dem Weg nach Esslingen zu einem historischen Streik. „In Leinfelden haben alle Kitas geschlossen, das gab es noch nie“, sagt Nick.

Die Folgen des Streiks sind dennoch sichtbar: Meterlang zieht sich die Schlange der Wartenden am Taxistand. Gegen 10 Uhr stehen um die 50 Menschen an, viele von ihnen Geschäftsleute mit Rollkoffern. Sonja Bota ist mit dem Zug aus München angereist und stellt sich ans Ende der Reihe. Die Sprachtherapeutin hatte vom Streik nichts mitbekommen, ihr Bus zur Diakonissenanstalt im Westen fährt nicht. „Jetzt komme ich eben zu spät, aber das geht den anderen ja auch so“, sagt sie gelassen.

Der Carsharing-Anbieter Car2go hatte sich vorbereitet und laut Nikolai Worms für einen hohen Ladestand der Fahrzeuge gesorgt. Nach Angaben des Firmensprechers lag bis 9 Uhr die Zahl der Anmietungen um 60 Prozent über dem Durchschnitt. Auch scheinen mehr Radfahrer als üblich im Stadtgebiet unterwegs gewesen zu sein.

„Im Vergleich zu bisherigen SBB-Streiks war deutlich mehr Verkehr im Stadtgebiet“, teilte die Integrierte Verkehrsleitzentrale mit. Vor allem Straßen jenseits der Hauptrouten seien stark frequentiert worden: zum Beispiel die Tal- und Wagenburgstraße oder die B?295 zwischen Weilimdorf und Feuerbach.

Am Klinikum Stuttgart haben etwa 300 Mitarbeiter gestreikt. Im Vorfeld waren aufschiebbare Operationen verlegt worden, teilt eine Sprecherin mit. Die Versorgung der Patienten sei jedoch „zu jeder Zeit“ sichergestellt gewesen. tjb, dgr (mit dpa)

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Erstellt:
13. April 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
13. April 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. April 2018, 06:00 Uhr

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