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Bedrohliche Durststrecke für die Banken
Finanzaufseher Felix Hufeld sieht die Niedrigzinsphase mit Sorge. Foto: dpa
Institute haben mit Zinstief großes Problem – Zahlen Normal-Sparer auch bald Strafzinsen?

Bedrohliche Durststrecke für die Banken

Die Banken leiden unter den anhaltenden Niedrigzinsen. Das könnte mehr und mehr auch ein Problem für Normal-Sparer werden, hieß es auf einer Tagung.

03.09.2016
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Banken und Sparkassen in Deutschland stecken angesichts der niedrigen Zinsen in einer schwierigen Phase, die noch lange andauern könnte. „Für den Bankensektor wird die derzeitige Zinspause mehr und mehr zu einer bedrohlichen Durststrecke“, mahnt Felix Hufeld, Präsident der Finanzaufsicht Bafin. Die Erträge der Institute würden leiden, die Ergebnisse sinken. Neben Gebührenanhebungen, neuen Geschäftsfeldern könnten auch Fusionen helfen, sagte Hufeld auf der Tagung „Banken im Umbruch“ in Frankfurt. „Aber Fusionen sind auch kein Allheilmittel, mögliche positive Effekte müssen erst einmal erarbeitet werden“.

Eine angeblich angedachte Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank ist für Hufeld kein Thema. Mit hypothetischen Fragen befasse man sich nicht. „Wenn Bank A pausenlos Kopfschmerzen und Bank B pausenlos Magenschmerzen hat, entsteht daraus nicht automatisch eine schmerzfreie Bank“, fügte der oberste Finanzaufseher hinzu. Erst einmal müssten Kopf- und Magenschmerzen getrennt bekämpft werden. Am Mittwoch waren Spekulationen aufgekommen, die beiden letzten verbliebenen privaten deutschen Großbanken könnten zusammengehen. Offenbar hatte es Vorgespräche gegeben, die aber schnell wieder beendet worden. John Cryan und Martin Zielke, die Chefs von Deutscher und Commerzbank, wiesen denn auch diese Spekulationen sehr entschieden zurück.

Höhere Bank-Gebühren müssen aber nach Ansicht von Hufeld zum Thema werden. „Wenn die Zinsen weiter erodieren dann entsprechen höhere Preise der schieren Logik“. Banken müssten Risiko- und kostengerechte Preise verlangen. Genau dies bekräftigte Frank Strauß, Vorstandschef der Postbank. Es gebe keine faire Balance mehr zwischen den niedrigen und sogar negativen Zinsen und den Gebühren. Ab 1. November wird die Postbank deshalb das kostenfreie Girokonto abschaffen und je nach Nutzung verschieden teure Konto-Angebote einführen.

Im Blick auf negativen Einlagezinsen, die Banken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zahlen müssen, nehmen die Gedankenspiele über negative Zinsen nicht nur für Firmenkunden, sondern offenbar auch für Privatkunden zu. Strauß schließt sie nicht mehr aus. „Am Ende darf man in diesem Umfeld dazu niemals nie sagen“. Gleichwohl halte er Strafzinsen für Privatkunden für unwahrscheinlich. Die Banken selbst wollten das zwar nicht, aber den normalen Girokonten- Sparkunden könnten negative Zinsen der EZB Folgen haben.

Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken glaubt aber nicht an Strafzinsen. „Negative Zinsen im Privatkundengeschäft werden sich nicht etablieren, allein schon wegen des harten Wettbewerbs“. Kunden würden dann, glaubt auch Wolfgang Kirsch, Chef der DZ Bank, sehr schnell Geld abheben und zur Konkurrenz wechseln.

Auch bei Sparern wächst die Furcht vor Negativzinsen. Einer neuen Umfrage der Fondsgesellschaft Union Investment zufolge halten es nahezu zwei Drittel der Sparer für möglich, dass die Kreditinstitute auch bei ihnen in Zukunft für Einlagen keine Zinsen mehr zahlen, sondern Zinsen in Rechnung stellen. Bisher kassieren nur die Skatbank in Thüringen und die Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee derzeit bei reichen Kunden Strafzinsen.

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03.09.2016, 06:00 Uhr
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