Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Mega-Fusion unter Brauern

Becks-Mutter AB Inbev übernimmt SAB Miller für rund 92 Milliarden Euro

Die beiden größten Bierbrauer der Welt gehen zusammen.. Nach langen Hin und Her ist SAB Miller bereit, sich für rund 92 Mrd. Euro vom Weltmarktführer AB Inbev schlucken zu lassen.

14.10.2015
  • DPA/MK

London/Brüssel Ob man mit Pilsner Urquell anstößt oder Beck's, mit Grolsch oder Corona, Stella Artois, Budweiser oder auch Hasseröder: Bald könnten sie alle aus den Braukesseln eines einzigen Konzerns kommen. Die Brauriesen AB Inbev und SAB Miller, Nummer Eins und Zwei der Branche, sind sich nach langem Hin und Her "grundsätzlich" einig über eine Fusion. Und was für eine: 92 Mrd. EUR ist das Angebot des belgisch-brasilianischen Konzerns Anheuser-Busch Inbev an den britischen Konkurrenten schwer. Die Details sollen spätestens am 28. Oktober feststehen.

Dem neuen Mega-Brauer würde fast jedes dritte gezapfte Bier Geld in die Kassen spülen - falls die Wettbewerbshüter den Daumen heben. Heineken, derzeit noch drittgrößter Brauer mit Marken wie Paulaner und Desperados, kommt auf etwa 10 Prozent. Die Niederländer hatten vergangenes Jahr ihrerseits eine Übernahme durch SAB Miller verhindert. Auch die Briten zierten sich nun lange, was Experten allerdings schon früh für nicht ganz glaubwürdig hielten. Das Angebot von 44 britischen Pfund (58,9 EUR) je Aktie war nun gut genug.

Profitieren könnten beide Brauriesen, denn sie stehen vor denselben Problemen. Im Westen greifen nicht nur hippe Großstädter immer öfter zu Craft-Bieren aus kleinen, handwerklich arbeitenden Brauereien, die sich oft über Crowdfunding finanzieren, experimentierfreudig sind und Bier zum individuellen Gourmetgetränk für Feinschmecker stilisieren. Ihr Marktanteil in dem Milliardengeschäft liegt laut Branchenstudien bereits bei knapp unter 10 Prozent. Tendenz steigend.

Die Großen versuchen, auf diesen Zug aufzuspringen - AB Inbev etwa übernahm zuletzt kleine US-Brauereien in New York, Oregon und Washington. SAB Miller versucht, etwa durch die Übernahme der Londoner Meantime Brewery vom Craft-Bier-Trend zu profitieren. Branchenexperten rechnen damit, dass weitere Übernahmen folgen werden.

Parallel dazu tobt vor allem in Westeuropa ein Preiskampf, denn um auf dem gesättigten Markt zu wachsen, müssen die Konzerne sich gegenseitig unterbieten. Auch in Deutschland war der Bierausstoß über Jahre hinweg rückläufig, stieg im vergangenen Jahr aber wieder leicht an auf 95,3 Mio. Hektoliter. Gleichwohl: Um weiterhin gute Geschäfte zu machen, müssen die Konzerne die Biertrinker in Schwellenländern überzeugen, in denen die Mittelschicht nach und nach auf Markenprodukte umsteigt.

Beim baden-württembergischen Brauerbund hält man sich im Blick auf die kartellrechtlich durchaus nicht unproblematische Mega-Fusion sehr bedeckt: "Wir können dazu nichts sagen, uns liegen keine genauen Informationen vor", sagte Geschäftsführer Hans-Walter Janitz auf Anfrage.

Boris Planer, vom Marktanalyse-Unternehmen Planet Retail, erwartet, dass die anstehende Konzernhochzeit hierzulande deutlich spürbare Auswirkungen hat: "Die Fusion wird einen Einschnitt in der Geschichte des deutschen Biermarktes bedeuten. Es entsteht ein neuer Biergigant, der in einer sehr starken Verhandlungsposition gegenüber den führenden Lebensmittelhändlern ist und andere Lieferanten an den Rand drücken kann."

Außerdem könnte der Zusammenschluss die Listung von Markenbieren beim deutschen Discount-Marktführer Aldi vorantreiben, glaubt der Handelsexperte. Denn nur Anbieter, die schon sehr stark seien, könnten diesen Schritt wagen, ohne Abstrafungen der anderen Lebensmittelhändler fürchten zu müssen.

Becks-Mutter AB Inbev übernimmt SAB Miller für rund 92 Milliarden Euro

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

14.10.2015, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular