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Schlecht informiert

Bebenhäuser Sorgen wegen Vollsperrung

Die Bebenhäuser fühlen sich von der Baustellenplanung für den Lustnauer Hochwasserschutz überrumpelt. Eine halbjährige Vollsperrung der Landesstraße nach Tübingen wollen sie nicht hinnehmen.

22.01.2011

Bebenhausen. „Unsere Einwohner haben große Sorge, dass sie von der Außenwelt abgeschnitten werden könnten“, sagt Ortsvorsteher Werner König. Es geht um einen Schutz für Lustnau vor großem Hochwasser, wie man es zuletzt in den Jahren 1978 und 1987 erlebte.

Baubeginn wurde mehrfach aufgeschoben

Nach jahrelangen Diskussionen hat der Tübinger Gemeinderat ein Konzept beschlossen, zu dem außer einem im Sommer 2005 bereits installierten Frühwarnsystem noch der Bau von drei Rückhaltebecken und einem dreieinhalb Meter hohen Erdwall gehören. Die Planungen dafür waren 2007 beendet, Ende des darauffolgenden Jahrs hatte das Landratsamt auch die Planfeststellung abgeschlossen. Allerdings sollten vor der Realisierung noch einige Auflagen erfüllt werden. So musste der für 2009 vorgesehene Baubeginn mehrfach aufgeschoben werden.

Mit der Einladung zu einem Koordinationstermin kurz vor Weihnachten erfuhr die Bebenhäuser Ortsverwaltung erstmals davon, dass der Baubeginn bereits auf Mitte April dieses Jahres terminiert sei und für die Zeit zwischen Mai und September eine Vollsperrung der Landesstraße erfolgen müsse. Die Bauarbeiten selbst würden sich allerdings voraussichtlich bis Ende November hinziehen.

Es ist vorgesehen, Lustnau unmittelbar vor dem Klosterhof in voller Breite mit einem dreieinhalb Meter hohen Erdwall abzuriegeln. Die Straße nach Bebenhausen verbleibt als einzige Lücke, die im Notfall einer plötzlichen Sintflut durch ein Schiebetor abgedichtet werden kann. Und davor erstreckt sich eine eingedämmte Überflutungszone mit einem Fassungsvermögen für rund 135 000 Kubikmeter (Hoch-)Wasser.

Angesichts der bevorstehenden Beeinträchtigungen erwarteten die Bebenhäuser, dass sie bei den Vorbereitungen der erforderlichen Verkehrsregelungen rechtzeitig einbezogen würden. Ortsvorsteher König kritisiert, dass keine Möglichkeit bestand, Einwände vorzubringen. Stattdessen sei man kurzfristig mit der vorgesehenen Komplettsperrung konfrontiert worden. Demnach wäre in der fraglichen Zeit nur für den Geh- und Radweg entlang dem Goldersbach innerhalb des Baugeländes eine Umleitung möglich. Autos und Busse müssten dagegen ein halbes Jahr lang in beiden Richtungen über Pfrondorf fahren. Der Schwerlastverkehr müsste großräumig die Baustelle umfahren, der Rittweg zwischen Waldhäuser Ost und Bebenhausen soll ausschließlich für Rettungsfahrzeuge freigehalten werden.

Bahnbusse fahren am Ort vorbei

Für Bebenhausen ergeben sich aus der Vollsperrung eine Reihe von Folgen, die mit einer Umleitung über Pfrondorf noch nicht gelöst sind. So wäre nämlich der Ort ein halbes Jahr lang ohne Busanbindung nach Böblingen/Sindelfingen, nach Leinfelden und zum Flughafen. Die Bahnbusse, die diese Linien bedienen, würden nämlich von Pfrondorf aus nach Dettenhausen weiterfahren. Die Bahn hat bereits wissen lassen, dass sie nicht bereit sei, auf ihre Kosten eine Behelfslinie zwischen Bebenhausen und Dettenhausen einzurichten.

Eine ursprünglich noch für diese Woche vorgesehene öffentliche Informationsveranstaltung in Bebenhausen soll voraussichtlich am 23. Februar stattfinden, weil möglicherweise doch noch Alternativlösungen zu einer Vollsperrung absehbar sind. Nicht nur die Schüler und Berufspendler, die als die Hauptbetroffenen erhebliche tägliche Zeitverluste hinnehmen müssten, würden dies begrüßen. Auch für den Rosenmarkt, der im Frühsommer erstmals im Klostergelände Platz finden soll, wünscht man sich bessere Startbedingungen.jol

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Erstellt:
22. Januar 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
22. Januar 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2011, 12:00 Uhr

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