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Beate Zschäpe weist im NSU-Prozess Mitschuld ab - Nebenkläger empört
Ein Lächeln für den neuen Anwalt: Hauptangeklagte Beate Zschäpe begrüßt Hermann Borchert, während Pflichtverteidiger Mathias Grasel (r.) zusieht. Foto: Getty Images
"Ich wusste von nichts"

Beate Zschäpe weist im NSU-Prozess Mitschuld ab - Nebenkläger empört

Mit ihrer Aussage beim NSU-Prozess hat Beate Zschäpe die Debatte um die Terrorgruppe erneut losgetreten. Opfervertreter werfen ihr Lügen vor.

10.12.2015
  • DPA

München. Nach jahrelangem Schweigen hat die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe jede Beteiligung an den Morden und Sprengstoffanschlägen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) bestritten. Zudem sagte sie aus, dass es keine Terrorgruppe namens NSU gegeben habe und sie auch kein Mitglied derselben gewesen sei. Zschäpe trug ihre Aussage nicht selbst vor, sondern ließ sie vor dem Oberlandesgericht München von ihrem Anwalt Mathias Grasel verlesen.

Darin beteuerte sie, sie habe von den Morden und Anschlägen ihrer Freunde Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt immer erst im Nachhinein erfahren - und sei entsetzt und schockiert gewesen. Die beiden seien aber ihre "Familie" gewesen, deshalb habe sie sie nicht verlassen können. Zschäpe bat NSU-Opfer und deren Angehörige um Entschuldigung - die wiesen das als unglaubwürdig zurück.

Die 40-Jährige muss sich in dem Prozess als Mittäterin an allen Verbrechen verantworten, die dem NSU angelastet werden. Sie ist die einzige Überlebende des Trios. Der Terrorgruppe werden zwischen den Jahren 2000 und 2007 zehn Morde zur Last gelegt, an neun türkisch- und griechischstämmigen Männern und an der Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn.

"Ich wusste von nichts", heißt es in ihrer Erklärung. Später habe sie Mundlos und Böhnhardt mehrfach zur Rede gestellt und verlangt, dass sie mit dem Töten aufhören. Die beiden hätten sich daran aber nicht gehalten. Zschäpe räumte allerdings ein, von den Banküberfällen gewusst und "profitiert" zu haben.

Sie räumte aber ein: "Ich fühle mich moralisch schuldig, dass ich zehn Morde und zwei Bombenanschläge nicht verhindern konnte." Zschäpe entschuldigte sich bei den Opfern und Angehörigen der Opfer.

Die Angehörigen allerdings reagierten verärgert. "Dieser Aussage glaube ich kein Wort", sagte Gamze Kubasik, die Tochter des 2006 in Dortmund ermordeten Kioskbetreibers Mehmet Kubasik. Die Aussage wirke total konstruiert, und Zschäpes Entschuldigung sei eine "Frechheit".

Das Gericht will Zschäpes Aussage nun aufarbeiten. Zschäpe solle prüfen, ob sie einen Teil der Fragen direkt beantworten könne, sagte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl.

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10.12.2015, 06:00 Uhr
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