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Bayern probiert es mit Niko Kovac
Der Kroate Niko Kovac trainiert ab 1. Juli die Mannschaft des FC Bayern, in der er einst selbst spielte. Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Fußball

Bayern probiert es mit Niko Kovac

Der Rekordmeister verzichtet auf ein weiteres Großkaliber und verpflichtet überraschend den Trainer, der noch bis Ende der Saison in Frankfurt unter Vertrag steht.

14.04.2018
  • ARMIN GRASMUCK

Die Phase des Umbruchs hat Niko Kovac bereits als Spieler des FC Bayern miterlebt. Im Sommer des Jahres 2001 wechselte er in die Mannschaft, die kurz zuvor in der Champions League triumphiert hatte. Es waren schwierige Tage. Die großen Sieger um Oliver Kahn und Stefan Effenberg genossen den frisch erworbenen Ruhm, ließen es auf dem Spielfeld etwas schleifen. Die Neuen wie Kovac hatten Mühe, in der Mannschaft der Etablierten ihren Platz zu finden. Jetzt, 17 Jahre später, kehrt er als Trainer zurück – mit einer Aufgabe, die ähnlich umschrieben scheint, ihn jedoch noch viel mehr fordern wird.

Niko Kovac, am 15. Oktober 1971 als Sohn kroatischer Gastarbeiter im Westen der damals geteilten Hauptstadt Berlin geboren und später Fußballprofi in der Bundesliga sowie Nationalspieler Kroatiens, wird am 1. Juli seinen Dienst als neuer Cheftrainer von Bayern München antreten. Mit dieser Personalie hat der Rekordkordmeister die in der Öffentlichkeit monatelang und mitunter aufgeheizt geführte Debatte um die Nachfolge des aktuellen Vorarbeiters Jupp Heynckes relativ unspektakulär beendet.

Vorzüglicher Ruf

„Kovac ist der perfekte Trainer“, sagte Hasan Salihamidzic, der Sportdirektor der Bayern. „Niko kennt den Klub, er kennt die DNA des Klubs. Wir pflegen ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Er arbeitet sehr akribisch, sehr fleißig, das ist das, was wir brauchen.“ Bei Eintracht Frankfurt, wo Kovac noch bis Ende Juni unter Vertrag steht, hat er sich einen vorzüglichen Ruf erarbeitet. Mit seinem klaren Konzept und direkten Worten an die Spieler rettete er den hessischen Traditionsklub vor dem Abstieg, führte ihn danach bis in das Endspiel des DFB-Pokals und in der laufenden Saison sogar in die Nähe der Champions-League-Ränge.

Die großen Triumphe, wie sie die prominenten Vorgänger in München – Louis van Gaal, Jupp Heynckes, Pep Guardiola und Carlo Ancelotti – vorzuweisen hatten, fehlen Kovac. Der einstige Mittelfeldspieler stieg 2009 bei den Junioren von Red Bull Salzburg als Trainer ein, zwei Jahre später war er Assistent in der Profimannschaft des Klubs. Nach einem Intermezzo als Coach der kroatischen U-21-Auswahl übernahm er 2013 die Nationalmannschaft. Er führte Kroatien zur WM 2014, scheiterte dort aber bereits in der Gruppenphase an Gastgeber Brasilien und Mexiko.

In München wirkt er wie der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich die Kluboberen, Präsident Uli Hoeneß, der Vorstandsvorsitzende Karlheinz Rummenigge und Salihamidzic, nach langen und dem Vernehmen nach kontrovers geführten Debatten einigen konnten. Es ist kein Geheimnis, dass Hoeneß am liebsten mit dem von ihm geschätzten Erfolgstrainer Heynckes weitergemacht hätte und Rummenigge bereits im Herbst, nach dem Rauswurf Ancelottis, Kontakt zu Thomas Tuchel aufgenommen hatte. Heynckes bestand darauf, den Freundschaftsdienst, den er den Bayern mit seiner spontanen Rückkehr erwiesen hatte, wie vereinbart auf diese Saison zu begrenzen. Tuchel sagte vor drei Wochen offenbar am Telefon ab, weil er bei Paris Saint-Germain im Wort stand.

Das Profil der möglichen Kandidaten hatten Bayerns Bosse nur grob umrissen: „Deutschsprachig“ müsse der Trainer – speziell nach den sportlichen wie zwischenmenschlichen Defiziten während der Zeit mit Ancelotti – sein, viel mehr war selten hören. Kovac spricht Deutsch, er weiß sich auszudrücken, wenn es sein muss, auch mit echt Berliner Schnauze. Am Tag der überraschenden Nachricht, hielt sich der Trainer noch zurück. Große Worte, er hat es erlebt, schießen selbst in München keine Tore.

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14.04.2018, 06:00 Uhr
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