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Schöller kontert die Kritik

Bauausschuss empfiehlt breitere und höhere Variante fürs Hochhaus „Stuttgarter Tor“

Der Reutlinger Investor Willi Schöller kontert die Vorwürfe, beim Hochhausprojekt „Stuttgarter Tor“ weit mehr Nutzfläche herausgeschlagen zu haben als in der ursprünglichen Version vorgesehen. Im nicht öffentlichen Bauausschuss wurde am Donnerstag die größere Version nun mehrheitlich empfohlen.

09.07.2016

Von Thomas de Marco

So würde das beim Hauptbahnhof geplante Hochhaus „Stuttgarter Tor“ von der unteren Wilhelmstraße aus wirken.Visualisierung: Stadt

Reutlingen. Der prämierte Wettbewerbsbeitrag für das Hochhaus auf der Brachfläche beim Hauptbahnhof sah im Mai des vergangenen Jahres einen 55 Meter hohen Turm mit einem Grundriss von 18 auf 28,5 Meter sowie Bruttogeschoss-Flächen von 12 180 Quadratmetern vor. Die nun vom Bauausschuss gegen die Stimmen von SPD und Grünen genehmigte Version umfasst nach TAGBLATT-Informationen eine Höhe von 66 Metern, einen Grundriss von 18,4 auf 33,7 Metern und 14 520 Quadratmeter Bruttogeschossflächen sowie zwei Untergeschosse. Das sind nun also gut 2400 Quadratmeter mehr an Fläche als im preisgekrönten ersten Entwurf. Am 21. Juli soll der Gemeinderat darüber abstimmen.

Die vor allem von der SPD-Fraktion geäußerte Kritik, Schöller habe für sich viel mehr Fläche herausgeholt, lässt der Investor im Gespräch mit dem TAGBLATT nicht gelten: „Das ist die berühmte Oberflächlichkeit. Denn die Vergrößerung der Flächen ist vor allem Auflagen, etwa zum Brandschutz, geschuldet. So muss ein zusätzliches Treppenhaus eingebaut werden.“ Von den fünf Metern, die der Turm breiter werde, seien alleine 4,30 Meter auf diese Brandschutzauflage zurückzuführen, erklärt Schöller.

Der Stuttgarter Architekt und Stadtplaner Prof. Franz Pesch spricht als Vorsitzender der Bewertungskommission von einem „ungewöhnlich langen Optimierungsprozess“ in diesem Verfahren, der allen Seiten viel Arbeit abverlangt habe. „Doch diese Arbeit lohnt sich, denn es geht um ein hohes Haus am Eingangstor zur Innenstadt, das von überall zu sehen ist und um die 80 Jahre stehen wird“, betonte Pesch gestern gegenüber dem TAGBLATT.

Ärger mit Investor Schöller habe es während dieses Anpassungsprozesses allerdings keinen gegeben, erklärt Pesch. Den jetzt vom Bauausschuss befürworteten Entwurf kenne er allerdings nicht und könne deshalb auch keine Stellung nehmen.

Genau daran entzündet sich eine weitere Kritik der SPD-Fraktion: Um ein abschließendes Urteil fällen zu können, hatte sie im Gemeinderat beantragt, die Bewertungskommission ein drittes und abschließendes Mal einzuberufen. Vergangene Woche hat das der Rat gegen die Stimmen von SPD, Grünen und Linken abgelehnt (wir berichteten) – obwohl das zu keiner zeitlichen Verzögerung geführt hätte.

Es sei legitim, dass sich eine Gemeinderatsfraktion über das Verfahren Gedanken mache, erklärt Investor Schöller. „Aber man soll dann nicht auf Formalien herumreiten – und das auf dem Rücken des Investors.“ Das habe ihm viel Schmerzen bereitet, sei schädlich fürs Image und habe das Projekt letztlich um vier Monate verzögert, wirft Schöller der SPD vor. Denn eigentlich hätte der Gemeinderat bereits am 21. April das Projekt auf den Weg bringen sollen.

Warum die Verwaltung denn nicht von sich aus die Bewertungskommission einberufen habe, hatte der CDU-Fraktionsvorsitzende Rainer Löffler vergangene Woche im Gemeinderat wissen wollen. Um eine zeitliche Verzögerung zu vermeiden, sei nur der Bauausschuss informiert worden, erklärt Baubürgermeisterin Ulrike Hotz dazu.

Gleichzeitig wehrt sie sich gegen den Vorwurf, in Reutlingen würden solche Prozesse zu lange dauern: „Die Bauverwaltung hat das Projekt so zügig wie möglich auf den Weg gebracht!“ Von der Auslobung des Wettbewerbs im März vergangenen Jahres bis zur Baureife dürfte es nun lediglich anderthalb Jahre dauern, ergänzt Stefan Dvorak, Leiter des Amts für Stadtentwicklung. „Das ist außergewöhnlich schnell!“

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Erstellt:
9. Juli 2016, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
9. Juli 2016, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2016, 01:00 Uhr

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