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Der mit dem Ball tanzt

Basketball: Jeferson Hiller ist das größte Talent der Young Tigers

Die JBBL-Mannschaft der Young Tigers Tübingen wird die Relegationsgruppe der U16-Bundesliga als Tabellenführer beenden. Und Jeferson Hiller ist der Leistungsträger im Team. Dem 15-Jährigen mit brasilianischen Wurzeln trauen die Trainer eine große Karriere zu. Hiller hat Träume – dank seines Fleißes nicht unrealistisch.

15.04.2014

Von moritz hagemann

Tübingen. Jeferson Hiller strahlt. Gerade hat der 15-jährige Basketballer von seinem Trainer David Rösch erfahren, dass er im kommenden Sommer erstmals ins Training der Walter Tigers hineinschnuppern darf. Beim Besuch in der TAGBLATT-Redaktion zusammen mit seinem Trainer David Rösch wirkt er schüchtern, aber wohlwissend, dass er eines der größten Talente des Landes ist. Hiller trägt ein schwarzes T-Shirt, eine schwarze Hose und knallrote Schuhe, dazu zwei glitzernde Ohrringe.

Geboren im brasilianischen Salvador de Bahia, wurde er mit einem Jahr adoptiert. Und so ist auch der schwäbische Dialekt nicht an ihm vorbeigezogen. Heute wohnt Hiller in Altingen, 2007 kam er in Nagold zum Basketball. „Meine Sportlehrerin hat mir dazu geraten“, erklärt der Guard. Alle zwei Jahre versucht er nach Brasilien zu reisen. Die Herkunft bricht manchmal auch im heimischen Schwabenland durch. „Wenn ich Musik höre, dann tanze ich“, sagt Hiller. Zuletzt entdeckte er neben Basketball und Tanzen auch das Turnen für sich. „Nur Fußball“, sagt Hiller, „das ist nichts für mich.“

Der Realschüler hat mit seinen 15 Jahren zuletzt schon zweimal bei der U 19, dem älteren Jahrgang der Young Tigers mitgespielt. „Mir fiel es leicht“, sagt Hiller. U 16-Trainer Rösch ergänzt: „Er ist seiner Altersklasse auch ein Stück voraus.“ Als Rösch bemerkt, dass Hiller bei 1,88 Metern Körpergröße und 73 Kilo noch zu schmächtig sei, nickt der Jungspund zustimmend. Im November wurde er von der Organisation „We Care About The Game“ als deutscher Nachwuchsspieler der Woche ausgezeichnet, seinen Wurf und das Eins-gegen-eins bezeichnet er als die großen Stärken. In der laufenden Relegationsrunde, die die Young Tigers mit acht Siegen souverän anführen, ist Hiller mit 24,4 Punkten pro Spiel der Topscorer.

Im Kopf bereit für eine Profi-Karriere

Von vielen anderen Spielern unterscheidet sich Hiller vor allem dank seines Fleißes und seiner Einstellung. „Das ist der Grund, warum er sich so entwickelt“, weiß Trainer Rösch. „Ich würde abends schon gerne als ausgehen“, sagt Hiller, „aber dann denke ich an die Nationalmannschaft, an meine Ziele, schnappe mir den Ball und gehe trainieren“. Rösch sagt, dass bei Hiller sehr viel im Kopf zusammen passe und einiges dafür spricht, dass er es als Basketball-Profi packen kann. Obwohl Hiller als Shooting Guard geführt wird, kann er auch als Small Forward spielen. „Langfristig könnte er auch als Spielmacher eine Option sein“, sagt Rösch. Gute zwei Meter soll Hiller nach Angaben seines Arztes werden.

Eineinhalb Jahre will Hiller sicher noch in Tübingen bleiben. „Dann habe ich meinen Schulabschluss und muss schauen, wie es weitergeht.“ Oft blickt er nach Miami, wo sein großes Vorbild LeBron James spielt. Nicht nur von ihm schaut Hiller ständig Videos an, „auch vom Training, da kann ich mir viel abschauen.“

Am vergangenen Samstagabend dürfte Hiller jedoch das Geschehen in der Paul Horn-Arena aufmerksam verfolgt haben. Der 16-jährige Benaissa Traoré wurde beim Sieg der Walter Tigers gegen die Artland Dragons aus Quakenbrück zum jüngsten Spieler der Tübinger Bundesliga-Historie. Auch bei Traoré fing übrigens alles damit an, dass er letzten Sommer erstmals beim Bundesliga-Team mittrainieren durfte.

Zweimal war der 15-jährige Jeferson Hiller schon für die Tübinger NBBL-Mannschaft, die U19, am Ball. Bei den beiden erfolgreichen Playdown-Spielen gegen Gießen erzielte er elf und neun Punkte. Archivbild: Ulmer

Frankreich, Polen und Dänemark heißen die Gegner der deutschen U 16-Nationalmannschaft bei der EM in Lettland. Vom 20. bis 30. August will auch Jeferson Hiller dabei sein. Ende des letzten Jahres nahm Hiller mit 47 anderen Spielern seiner Altersklasse an einem „Try-out“ in Berlin teil. Harald Stein betreute die U16 zuletzt als Bundestrainer bei einem Turnier in der Türkei – Hiller wartet noch auf sein erstes Länderspiel. „Noch ist nicht klar, wer die Mannschaft bei der EM trainieren wird“, erklärt Uwe Albersmeyer, der Leiter des Geschäftsbereiches Jugend beim Deutschen Basketball-Bund (DBB). Es sei wahrscheinlich, dass Stein oder Kay Blümel die U16 in Lettland betreuen wird. Blümel kommt regelmäßig nach Tübingen, um sich die Talente anzuschauen. Hiller: „Er gibt mir sehr positive Rückmeldungen.“ Blümel leitete auch den „Try-out“ in Berlin. „Der Jahrgang 1998 ist außergewöhnlich gut“, sagt Stein, „da möchte ich mich zu keinem Spieler äußern, ich könnte alle nur loben.“

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Erstellt:
15. April 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
15. April 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 15. April 2014, 12:00 Uhr

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