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Neue Kassen-Rezepte

Barmer GEK drängt an die Branchenspitze

Bei den Krankenkassen kommt das Fusionsrad wieder in Schwung: Die Barmer GEK verhandelt mit der Deutschen BKK über einen Zusammenschluss. Damit würden sie den Marktführer TK überholen.

24.10.2015
  • DIETER KELLER

Berlin Am 10. November wollen die Barmer GEK und die Deutsche BKK ihre Fusion zur größten deutschen Krankenkasse zum 1. Januar 2017 beschließen. Dann tagen die Verwaltungsräte beider Kassen erneut. Sie trafen sich schon gestern zu getrennten Sitzungen in Berlin und Düsseldorf. Einstimmig beauftragten sie die Vorstände, die Details auszuhandeln, wie sie gemeinsam bekanntgaben.

Wer die Hosen anhat, zeigt schon ein Blick auf die Zahlen: Am 1. Juli 2015 war die Barmer GEK bundesweit die Nummer 2 mit 8,55 Mio. Versicherten, auch wenn sie im ersten Halbjahr 0,6 Prozent verloren hat. Die Deutsche BKK steht mit 1,13 Millionen auf Platz 16. Damit ist sie zwar die größte Betriebskrankenkasse (BKK). Aber binnen sechs Monaten musste sie aufgrund der hohen Sterbequote einen Rückgang um über 2 Prozent hinnehmen.

Dass Größte allein noch kein Erfolgsrezept ist, beweisen die beiden Partner, die selbst durch Fusionen entstanden sind. Die Barmer schloss sich 2010 mit der Gmünder Ersatzkasse (GEK) zusammen. Daher hat sie in Wuppertal und Schwäbisch Gmünd große Verwaltungen, weniger dagegen an ihrem juristischen Sitz Berlin. Derzeit ist sie mitten in einer Schrumpfkur: Die Zahl der Mitarbeiter soll bundesweit um 3500 sinken, um jährlich 250 bis 300 Mio. EUR einzusparen. Dies soll bis Ende 2016 abgeschlossen sein. Daher soll die Fusion erst Anfang 2017 erfolgen.

Die Deutsche BKK entstand 2003 durch den Zusammenschluss der Betriebskrankenkassen von Volkswagen, Telekom und Post; Anfang dieses Jahres kam die BKK Essanelle dazu. Hauptsitz ist Wolfsburg, daneben gibt es große Verwaltungen in Stuttgart und Düsseldorf. Sie hat 2200 Mitarbeiter. Interessant an ihr kann sein, dass sie viel Erfahrung bei der Firmenkundenbetreuung und im Gesundheitsmanagement hat. Bei einer Fusion würde wohl weiter Personal abgebaut.

"Wir wollen weiter wachsen", heißt es bei der Barmer GEK. Aus eigener Kraft ist das nur beschränkt möglich, da der Markt weitgehend verteilt ist. Daher sucht sie Einsparpotenziale. Die Größe kann eine Rolle spielen, wenn sie mit Arzneimittelherstellern über Rabatte oder mit Krankenhäusern über Behandlungskosten verhandelt.

Einsparungen sind wichtig, um den Anstieg des Beitrags zu bremsen. Seit Anfang dieses Jahres können ihn die Kassen in Grenzen wieder selbst festlegen. Barmer GEK und Deutsche BKK verlangen mit 15,5 Prozent leicht mehr als der Schnitt der Branche. Trotzdem rechnen sie 2015 mit Verlusten. Anfang 2016 droht bei allen Kassen eine Erhöhung um durchschnittlich 0,2 Prozentpunkte, erwartet der Schätzerkreis beim Bundesvesicherungsamt. Sie betonten oft, entscheidend sei nicht der Beitragssatz, sondern die Qualität der Versorgung. Allerdings sind die Leistungen zu 95 Prozent gesetzlich festgelegt.

Derzeit ist die Techniker Krankenkasse (TK) mit 9,3 Mio. Versicherten der Marktführer. Sie hat im ersten Halbjahr 2 Prozent hinzugewonnen, und sie gilt als attraktiv und besonders finanzstark, weil sie viele junge Mitglieder hat, die wenig Ausgaben erfordern. Marktführer im Südwesten ist die AOK Baden-Württemberg, die mit 4 Mio. Versicherten bundesweit Platz 5 belegt.

Schon Ulla Schmidt (SPD) meinte als Gesundheitsministerin, bundesweit reichten 30 bis 50 Krankenkassen aus. Die Zahl hat zwar in den letzten Jahren stark abgenommen. Es gibt aber immer noch 123, davon alleine 87 BKK, die teilweise sehr klein sind. Zumindest einigen mittelgroßen, die nur in einzelnen Regionen agieren, soll es recht gut gehen.

Barmer GEK drängt an die Branchenspitze
Die Hauptverwaltung der Barmer GEK im nordrhein-westfälischen Wuppertal. Foto: dpa

Barmer GEK drängt an die Branchenspitze

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24.10.2015, 12:00 Uhr
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