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Verkehr

Bahn trennt sich von Finanzchef Doll

Manager stand im Aufsichtsrat in der Kritik. Bundestag genehmigt mehr Geld für den Konzern.

16.11.2019

Von dpa

Alexander Doll verlässt die Deutsche Bahn. Foto: Michael Kappeler/dpa

Berlin. Nach nur eineinhalb Jahren bei der Deutschen Bahn steht der Finanzvorstand Alexander Doll vor dem Abgang. Nach wochenlangem Führungsstreit hat der Manager einen Auflösungsvertrag unterschrieben. Der Aufsichtsrat des bundeseigenen Konzerns müsse dem Schritt in einer Sondersitzung am Montag noch zustimmen, hieß es. Dem Vernehmen nach läuft die Abfindung auf einen einstelligen Millionenbetrag hinaus.

Doll war im Aufsichtsrat zur Last gelegt worden, es sei ihm nicht gelungen, die Konzerntochter Arriva und damit einen großen Teil des Auslandsgeschäfts der Bahn zu verkaufen. Das sollte bis zu 4 Mrd. EUR bringen. Doch die Interessenten boten deutlich weniger, weil Schulden und Pensionsverpflichtungen auf Arriva lasten. Eine Rolle soll auch spielen, dass sich Doll dem Wunsch des Bahnchefs Richard Lutz widersetzt habe, das Finanzressort abzugeben und sich auf Güterverkehr zu konzentrieren. Doll war erst seit Januar auch für die Finanzen zuständig, bis dahin nur für Güterverkehr und Logistik. Zuvor hatte sich mehr als acht Jahre der heutige Bahnchef Lutz um die Finanzen gekümmert. Auch in dieser Zeit war der Arriva-Verkauf schon einmal abgeblasen worden.

Für einen Abgang des früheren Bankers hatte sich auch Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hinter den Kulissen stark gemacht. Bevor die Entscheidung bekannt wurde, hatte Scheuer betont, die Bahn befinde sich nicht im Krisenmodus. „Streit ist immer schlecht“, sagte er nach einer Sondersitzung des Verkehrsausschusses des Bundestages. Notwendig sei aber eine bessere Bahn für die Kunden und ein schlankerer Konzern.

Geld für das marode Netz

Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat unterdessen den Weg frei gemacht für zusätzliche Milliarden für die Deutsche Bahn. Er stimmte bei seinen abschließenden Beratungen einer neuen Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Bund und dem bundeseigenen Konzern zum Erhalt des Schienennetzes zu. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit von zehn Jahren. Der Entwurf sieht Haushaltsmittel des Bundes in Form eines „Infrastrukturbeitrags“ von insgesamt 51,4 Mrd. EUR vor – deutlich mehr als bisher.

Der Ausschuss beschloss aber nach Kritik des Bundesrechnungshofs an der Vereinbarung mehr Kontrollen. Konkret sollen Verpflichtungsermächtigungen für die Haushaltsjahre 2025 bis 2029 teilweise qualifiziert gesperrt werden, wenn ein bestimmter Betrag überstiegen wird. Das Verkehrsministerium solle ab Ende 2021 alle zwei Jahre einen Bericht vorlegen, ob Zielwerte der Vereinbarung mit der Bahn erreicht werden. Der Bundesrechnungshof sei „direkt“ zu beteiligen.

An vielen Stellen im 33 000 Kilometer langen Schienennetz gibt es großen Investitionsbedarf wegen teils maroder Brücken und Anlagen. Auch viele Schienenstrecken sind in die Jahre gekommen. Dies ist auch ein Grund für Verspätungen bei der Bahn sowie anderer Störungen.

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Erstellt:
16. November 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. November 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. November 2019, 06:00 Uhr

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