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Bahn reagiert auf Käferkot mit Anzeige
Flasche mit Käferresten entdeckt. Foto: Sebastian Gollnow/dpa,
S21

Bahn reagiert auf Käferkot mit Anzeige

Gutachterin spricht von gezielter Manipulation. Projektsprecher fordert schärfe Gesetze gegen Täuschungen.

20.02.2018
  • DANIEL GRUPP

Stuttgart. Die Bahn wird „wegen Betrugs und möglichen Verstößen gegen das Artenschutzgesetz Anzeige erstatten“, kündigte Jörg Hamann, Pressesprecher der Bahntochter Projekt Stuttgart–Ulm GmbH, am Montag an. Damit reagiert die Bahn auf den Fund von Kot und Teilen von Rosenkäfern an zwei Bäumen, die im Rosensteinpark gefällt wurden. Dort waren zwar keine Käfer, jedoch in einem Hohlraum eine Flasche mit Kot und Käferüberresten gefunden worden. Dies brachte die Gutachterin Petra Strzelczyk vom Leipziger Büro Bioplan zur Feststellung: „Keine Zweifel an einer gezielten Manipulation.“ Ein Mitarbeiter von Strzelczyks Büro hatte als vom Eisenbahnbundesamt (EBA) geforderter „unabhängiger Gutachter“ die Baumfällarbeiten begleitet. An einem Nachbarbaum wurden „wenige Kotpillen von Rosenkäfern gefunden“. „Auch hier ist davon auszugehen, dass es sich um eine Manipulation handelt“, heißt es im Gutachten. Rosenkäfer weisen darauf hin, dass auch der besonders geschützte Juchtenkäfer in dem jeweiligen Baum lebt.

Weil wegen der Käfer beim Bahnprojekt erhebliche Mehrkosten entstanden seien, könnten sich die Täter nach Ansicht der Bahnjuristen des Betrugs schuldig gemacht haben. Das Einsammeln der Tiere für die Manipulation könnte ein Verstoß gegen das Artenschutzrecht sein. Die Staatsanwaltschaft sieht keinen Verdacht für irgendeine Straftat, sagte eine Sprecherin. Eine Anzeige der Bahn wäre nicht automatisch ein Anlass für einen Anfangsverdacht.

Die Bahn möchte die Kartierung von weiteren Bäumen im Park noch einmal unter die Lupe nehmen, kündigt Hamann an. Es soll geprüft werden, ob die Annahme, dass dort geschützte Käfer leben, tatsächlich stichhaltig ist. Er regt an, „die Manipulation des Nachweises geschützter Arten“ unter Strafe zu stellen.

Die Gegner von Stuttgart 21 weisen den Vorwurf zurück, sie könnten den Käferkot deponiert haben, um das Projekt zu behindern. Auf der 405. Montagsdemo haben sie die „Fake-Fäkalien-Legende der Bahn“ als eine „kurzfristige Ablenkung von ihren gigantischen Problemen“ gebrandmarkt. Daniel Grupp

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20.02.2018, 06:00 Uhr
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