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Mobilität

Bahn plant Ticketkauf per Sprachsteuerung

Der Konzern kündigt Erleichterungen an. Fahrgastvertreter fordert den Erhalt der Reisezentren.

22.10.2019

Von dpa

Die meisten Bahn-Tickets werden bereits digital gekauft. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Berlin. Vor 20 Jahren lief Deutschlands erstes digitales Bahnticket aus einem Computerdrucker. Inzwischen verdrängt das Ticket in der App nach und nach den Ausdruck. Für Bahnfahrer plant der Konzern in den kommenden Jahren weitere Neuerungen. Spätestens 2021 sollen die Kunden ihre Fahrkarten auch per Sprachbefehl ordern können, kündigte Bahn-Vorstandsmitglied Sabina Jeschke an. Eine neue IT-Landschaft für die Vertriebssysteme sei in Arbeit. Sie soll dann das ungeliebte Papierformular für Fahrpreiserstattungen ersetzen.

Aus Kundensicht hat sich das Online-Ticket bewährt, wie es beim Fahrgastverband Pro Bahn heißt. „Das ist ein absoluter Erfolg“, sagt der Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann. Die Bahn habe sich damals auf den richtigen Weg begeben. Eines aber habe sie versäumt: Ticketverkaufsstellen in Drogerien, Buchhandlungen oder andere Geschäften an Bahnhöfen einzurichten. Als Ersatz für geschlossene Fahrkartenschalter. „Da war die Bahn nicht mutig genug.“

Schon knapp jede zweite Fahrkarte verkauft sie heute online. Immer mehr auf dem Vormarsch ist jedoch inzwischen das Handy-Ticket in der Bahn-eigenen App DB Navigator. Wer damit selber eincheckt, kann sich sogar die Fahrkartenkontrolle ersparen. Der Online-Vertrieb birgt aber auch die Gefahr, dass Betrüger etwa Fahrkarten anbieten, die sie mit geklauten Kreditkartendaten gekauft haben.

Schalter weiterhin wichtig

Im Reisezentrum wird noch knapp jede siebte Fahrkarte gekauft. Die Zahlen sinken wie beim Automatenverkauf. Ohne Reisezentrum gehe es aber nicht, meint Fahrgastvertreter Naumann: „Komplexere Dinge – Schlafwagenreservierungen und Auslandsfahrkarten etwa – die sind am Schalter einfacher.“

Noch 2002 gab es 750 Reisezentren, heute sind es noch knapp 400, die vor allem ältere Kunden nutzen, wie die Bahn beobachtet. Viele der früheren Fahrkartenverkäufer mussten aufgrund des Erfolgs des Online-Tickets andere Aufgaben bei der Bahn übernehmen.

Man komme am Online-Vertrieb nicht vorbei, sagt Klaus-Dieter Hommel, der Vizevorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft. Die Bahn dürfe aber den persönlichen Kontakt zu den Kunden nicht verlieren, warnt der Gewerkschafter. „Kommt es zu Störungen oder Ausfällen, kann nur ein Mensch weiterhelfen.“

Die Gewerkschaft vermisst Visionen für lebendige Bahnhöfe als gesellschaftliche Treffpunkte. „Dabei ist der Service die entscheidende Rolle, die unsere Kolleginnen und Kollegen mit Leben erfüllen wollen – wenn man sie denn ließe.“

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Erstellt:
22. Oktober 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. Oktober 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2019, 06:00 Uhr

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