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Nach einem Verlustjahr will Konzernchef Grube vieles besser machen

Bahn frei für mehr Qualität

Mit mehr Pünktlichkeit und Qualität will die Deutsche Bahn in diesem Jahr aus den roten Zahlen fahren. Größtes Sorgenkind ist der Güterverkehr, der unter anderem durch die Streiks Aufträge verloren hat.

17.03.2016
  • DIETER KELLER

Berlin. Die Deutsche Bahn startet in der kommenden Woche den Frühjahrsputz: Die ICEs erfahren einen "Rundum-Check". Aufzüge und Rolltreppen sollen besser gewartet werden. Zudem verspricht Konzernchef Rüdiger Grube den Kunden mehr Pünktlichkeit, verlässlichere Reiseinformationen und bessere Leistungen in den Zügen und Bahnhöfen. Mit mehr Qualität will er das schwierige Jahr 2015 wieder wettmachen, in dem der Konzern 1,3 Mrd. EUR Verlust bilanzieren musste.

Auf den ersten Bahnhöfen zeigen die Zielanzeiger schon die nächsten drei statt nur einen Zug an. Bei der Pünktlichkeit hapert es allerdings noch, gesteht Verkehrs-Vorstand Berthold Huber: Die Bahn hat sich für 2016 vorgenommen, dass 80 Prozent der Fernzüge pünktlich sind, was maximal 5 Minuten und 59 Sekunden Verspätung bedeutet. Im Januar waren es nur 76 Prozent, im Februar 84 Prozent. Das muss noch besser werden, schon weil im zweiten Halbjahr mehr Baustellen die Züge bremsen dürften.

Auch in diesem Jahr will Huber mit Sparpreistickets für 19 EUR mehr Kunden in die Fernzüge locken, allerdings in Zeiten, in denen sie nicht so gut besetzt sind. Im Januar und Februar sorgte das bereits für fast 10 Prozent mehr Fahrgäste und auch für steigende Umsätze. Frühestens 2017 werden dagegen in der 2. Klasse die Sitzplatzreservierungen kostenlos, wie es sein Vorgänger Ulrich Homburg im vergangenen Jahr angekündigt hatte. Zuversichtlich ist Huber, dass bis Jahresende in allen ICEs auch in der 2. Klasse kostenloses Wlan verfügbar ist. Allerdings wird das Datenvolumen begrenzt: Wer mehr will, wird zur Kasse gebeten; an Bezahlmodellen wird noch gearbeitet.

Wirtschaftlich hat sich der Bahn-Vorstand vorgenommen, in diesem Jahr wieder mit Gewinn zu arbeiten. Finanzvorstand Richard Lutz rechnet mit einem Jahresergebnis von mindestens 500 Mio. und 41,5 Mrd. EUR Umsatz. Im vergangenen Jahr musste die Bahn einen Verlust von 1,3 Mrd. EUR verkraften. Dafür sorgen eine Milliarden-Abschreibung auf die Schienengüter-Aktivitäten und Rücklagen für das 2015 gestartete Sanierungsprogramm. Der Güterverkehr ist die größte Baustelle, gesteht Grube. Er schrieb 2015 als einziger Bereich auch im laufenden Geschäft 183 Mio. EUR Verlust. Während der Lokführerstreiks haben sich viele Kunden andere Transporteure gesucht und langfristige Verträge abgeschlossen. Noch immer gibt es Umsatzeinbußen von 8 bis 10 Prozent. Daher wird dieser Bereich neu strukturiert. Derzeit verhandelt die Bahn mit den Gewerkschaften über Konsequenzen bei den Mitarbeitern. Im Gespräch ist der Abbau von mehreren tausend Stellen.

Dagegen soll im Fernverkehr die Zahl der Beschäftigten stabil bleiben, während es bei der Infrastruktur, also Schienen und Bahnhöfen, eher einen Personalaufbau gibt. Unterm Strich will die Bahn in diesem Jahr im Inland unverändert etwa 187 400 Mitarbeiter beschäftigen.

Im Regionalverkehr hängt die Beschäftigung davon ab, bei wie vielen Ausschreibungen durch die Länder die Bahn erfolgreich ist. Derzeit hat sie auf diesem Gebiet 80 Prozent Marktanteil. Langfristig will Huber mindestens 70 Prozent halten. Das geht allerdings auf Kosten des Gewinns. Denn die Konkurrenz durch private Konkurrenten ist hart und wird über den Preis geführt.

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17.03.2016, 08:30 Uhr
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