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Weitere Bäume müssen weg

Bahn bereitet den Bau der Tunnelröhren für Stuttgart 21 vor

Die Deutsche Bahn kündigte gestern an, bald nördlich des Stuttgarter Hauptbahnhofs die Arbeiten für die künftige Fern- und S-Bahn-Anbindung des Tiefbahnhofs vorzubereiten. Auch Bäume werden gefällt.

31.10.2012

Von ELKE HAUPTMANN

Stuttgart Weil der künftige Tiefbahnhof gegenüber dem heutigen Kopfbahnhof um 90 Grad gedreht und etwa zwölf Meter tiefer gelegt wird, sind neue Zulaufstrecken erforderlich. Für die Tunneltrassen von Bad Cannstatt und Feuerbach zum unterirdischen Durchgangsbahnhof liegen die Baugenehmigungen seit Jahren vor. Die Arbeiten - die Bahn veranschlagt dafür insgesamt 500 Millionen Euro - wurden im März des Jahres auch schon vergeben. Zum Zuge kommen die Essener Firma Hochtief (Bad Cannstatt) sowie eine Bietergemeinschaft unter Leitung des mittelständischen Stuttgarter Bauunternehmens Baresel (Feuerbach). Für den Rohbau ist eine Bauzeit von fünf Jahren kalkuliert. Einer Mitteilung des Stuttgart-21-Kommunikationsbüros zufolge sind folgende Maßnahmen geplant.

Im Bahnhof Feuerbach verlaufen heute vier Gleise (je zwei S-Bahn- und zwei Fernbahngleise). Während der Hauptbauphase sind temporär sechs Gleise unterzubringen: zwei S-Bahn-Gleise, zwei neue Fernbahngleise sowie zwei Umfahrungsgleise für den laufenden Betrieb. Um Platz für das zusätzliche Gleis in Richtung Zuffenhausen zu schaffen, muss der Bahnsteig 3 abgerissen werden. Diese Arbeiten sollen ab Anfang Dezember beginnen und werden voraussichtlich bis Ende Januar andauern. Darüber hinaus sind bauliche Veränderungen am Bahnsteig 2 erforderlich. So wird der Bahnsteig künftig deutlich schmaler gestaltet sein und ausschließlich für den S-Bahn-Verkehr zur Verfügung stehen. Hierfür sind in den nächsten Jahren Anpassungen am Bahnhofsdach sowie an der Treppenanlage erforderlich. Außerdem müssen Teile des Bahnhofs abgesperrt werden, um während der Kabeltiefbau- und Oberleitungsarbeiten die Sicherheit der Reisenden zu gewährleisten.

Der Bahnhof Feuerbach wird im Rahmen der Bauarbeiten eine neue Personenunterführung erhalten. Die bestehende Durchgang muss dem geplanten Trogbauwerk für die Tunneleinfahrt der Fernbahn weichen. Laut Bahn wird bereits ab Mitte November die Bahnsteigunterführung am Bahnhof Feuerbach verfüllt. Damit sind die Bahnsteige von der Siemensstraße aus ausschließlich über die Borsigstraße oder durch die Personenunterführung erreichbar. Ab Anfang November bis Ende Dezember werden insgesamt elf neue Oberleitungsmasten errichtet. Zur Herstellung der Fundamente sind Rammarbeiten erforderlich. Um den laufenden Bahnbetrieb so gering wie möglich zu beeinträchtigen, müssen diese in der Zeit vom 4. bis 8. November in der Nacht stattfinden.

Im Bereich Bad Cannstatt sollen im kommenden Jahr die Hauptbauarbeiten im südlichen Bereich des Rosensteinparks beginnen, wo in mehreren Schritten eine rund 260 Meter lange und 25 Meter breite Baugrube ausgehoben wird. Dieser Trog ist Voraussetzung für die im Anschluss beginnende Errichtung des sogenannten Kreuzungs- und Verzweigungsbauwerks im Bereich Ehmannstraße und dient gleichzeitig als Baustelleneinrichtungsfläche für den Tunnelvortrieb für die Unterquerung des Rosensteinparks. Für die Tunnelabschnitte in Richtung Hauptbahnhof beginnt die Bahn im Bereich des inneren Nordbahnhofs mit dem Aushub eines Schachtbauwerks. Dieses bildet mit einer Grundfläche von 700 Quadratmetern und einer Tiefe von rund 27 Metern den Startpunkt für die eingleisigen Tunnelvortriebe in Richtung Stadtzentrum. Über diesen Teil des unterirdischen Schienenrings sollen künftig die Fern- und S-Bahnen zwischen Bad Cannstatt und dem Hauptbahnhof verkehren.

Um Baufreiheit zu schaffen, sind Vegetationsarbeiten erforderlich. Gerodet werden sollen insbesondere Flächen im Böschungsgürtel auf dem Gelände des Abstellbahnhofs an der Ehmannstraße sowie auf dem Gelände am inneren Nordbahnhof. Diese Arbeiten sind für Anfang November geplant. "Gemeinsam mit unabhängigen Gutachtern und Umweltschützern haben wir den Baumbestand der betroffenen Gebiete intensiv begutachtet. Klar ist, dass wir die Vegetationsarbeiten im Beisein von Umweltschutzexperten so schonend wie möglich gestalten", kündigt Projektsprecher Wolfgang Dietrich an. Er betont außerdem, dass die Bahn wird "für jeden einzelnen Baum adäquaten Ersatz schaffen" werde. Sie plane entsprechende Rekultivierungen. Vorgesehen sei beispielsweise, Bäume im Bereich Rosensteinpark/Ehmannstraße zu pflanzen sowie umfangreiche Vegetationsmaßnahmen auf einem rund zwölf Hektar großen Gelände im Mussenbachtal vornehmen. Dazu gehörten beispielsweise Neupflanzungen von Obstbaum-Hochstämmen, die langfristige Pflege und Erhaltung von mehreren Streuobstwiesen oder die Anlage eines Grünstreifens.

Am Rande des Rosensteinparks, an den Böschungen des Abstellbahnhofs, sind Rodungen geplant. Auch mehrere Bäume müssen gefällt werden. Die Bahn verspricht Ersatzpflanzungen. Foto: Archiv

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Erstellt:
31. Oktober 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
31. Oktober 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 31. Oktober 2012, 12:00 Uhr

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