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Der Abriss geht weiter

Bagger sind an Alter Bahndirektion und am Südflügel im Einsatz

Die Bahn treibt die Umsetzung ihres milliardenschweren Bauprojektes Stuttgart 21 voran. Ziel ist, den neuen Tiefbahnhof im Dezember 2020 in Betrieb zu nehmen - zeitgleich mit der ICE-Neubaustrecke nach Ulm.

23.05.2012

Von ELKE HAUPTMANN

Stuttgart Über die nächsten "Meilensteine" auf dem Weg zum unterirdischen Durchgangsbahnhof berichtete gestern Martin Schönbeck von der DB Projektbau im Ausschuss für Umwelt und Technik des Stuttgarter Gemeinderats. So soll der Teilabriss der ehemaligen Bahndirektion, die wegen eines nistenden Turmfalkenpaares unterbrochen werden musste, noch in dieser Woche fortgesetzt werden. Man habe den Ablauf umgeplant, so Schönbeck. Jetzt soll der Abrissbagger zunächst das Gebäude Jägerstraße 24 abtragen, dann folgen die Jägerstraße 22 und 18. Ende des Monats sei vorgesehen, den Landespavillon im Schlossgarten abzureißen. In diesem Bereich seien auch noch drei Sondierungsbohrungen geplant.

Der Abriss des Bahnhofsüdflügels werde voraussichtlich Anfang Juni fortgesetzt. Derzeit würden Stahlstützen eingesetzt, um das durch vor Wochen von einem Bagger beschädigte gläserne Bahnhofsdach zu stabilisieren. Die Gleise 15 und 16 blieben bis zur Fertigstellung dieser Maßnahme gesperrt. Im Juli könnte der Südflügel-Abriss dann beendet sein.

Die Vorbereitungen für den Bau des unterirdischen Technikgebäudes beim mittlerweile gesperrten Nordausgang des Bahnhofs sind laut Schönbeck im Plan. Gegenwärtig würden Kampfmittelsondierungen auf dem Areal durchgeführt, dann könnten die Arbeiten für das zweigeschossige Kellerbauwerk in wenigen Wochen starten. Im Juni will die Bahntochter DB Projektbau auch die Baulogistik in Angriff nehmen: Zwischen Gleis 1 und LBBW-Gebäude soll eine Baustraße angelegt werden.

Offen hingegen ist derzeit, wie es mit dem Grundwassermanagement weitergeht. Die Arbeiten für den Aufbau des insgesamt rund 17 Kilometer langen Rohrleitungsnetzes samt Abpump- und Infiltrationsanlagen ruhen, seit der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim einen vorläufigen Baustopp verhängt hatte. Grund war die Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND). Er hatte moniert, dass die Bahn ihre Pläne geändert und das für die Genehmigung zuständige Eisenbahnbundesamt (EBA) vor seinem positiven Genehmigungsbescheid keine Anhörung vorgenommen hatte. Dieser "Formfehler", wie ihn Schönbeck bezeichnete, sei mittlerweile korrigiert, die Träger öffentlicher Belange hätten Stellung genommen.

Doch die Entscheidung des EBA steht weiterhin aus. Laut Baubürgermeister Matthias Hahn liegt der Stadt noch kein entsprechender Bericht vor. "Wenn er kommt, werden wir ihn mit aller Gründlichkeit und der erforderlichen Zeit prüfen." Die DB Projektbau ist dennoch zuversichtlich, dass die Anlage, die das Grundwasser abpumpt, damit die Baugrube trocken bleibt, im Januar 2013 in Betrieb genommen werden kann. Noch in diesem Jahr soll Boden in einigen Abschnitten bis zur Grundwassergrenze abgetragen werden, so Schönbeck. Über Details des Grundwassermanagements will die Bahn in der zweiten Juni-Hälfte informieren, kündigte Schönbeck an.

Deutlich werden die Bauarbeiten für den Bahnhofsumbau ab Dezember auch im Straßenverkehr. Dann nämlich wird es Einschränkungen in der Heilbronner Straße/Arnulf-Klett-Platz geben: Um Platz für ein Baufeld zu erhalten, werden Links- und Rechtsabbiegerspuren entfallen.

Die Fraktionen äußerten unisono die Forderung, die Bahn möge künftig öfter über einzelne Projektschritte informieren - und zwar nicht erst auf politischen Druck hin. "Wir wollen da noch besser werden", betonte Schönbeck. Derzeit prüfe die Bahn etwa die Einrichtung weiterer Informationszentren im Umfeld der Baugrube. Denn: "Wir erwarten viele fachinteressierte Besucher, wenn die Arbeiten richtig losgehen."

Der Abriss des Südflügels des Stuttgarter Bahnhofs zieht sich hin. Voraussichtlich im Juli sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, kündigt das Projektbüro an. Fotos: Privat

Wegen des nistenden Turmfalkenpaares hat die Bahn den Teilabriss der ehemaligen Bahndirektion umgeplant. Nun geht es in der Jägerstraße 22 weiter.

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Erstellt:
23. Mai 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
23. Mai 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. Mai 2012, 12:00 Uhr

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