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„Bad Boys“ glückt die Premiere
Tobias Reichmann (beim Wurf) war zur Stelle, als es darauf ankam, und erzielte beim Auftaktsieg gegen Schweden vier wichtige Tore. Foto: dpa
Handball-Europameister machen es mit 32:29 gegen Schweden spannend – Kühn wirft acht Tore

„Bad Boys“ glückt die Premiere

Die „Bad Boys“ haben es zum Auftakt ziemlich spannend gemacht: Handball-Europameister Deutschland hat Schweden mit 32:29 (18:15) bezwungen.

08.08.2016
  • WOLFGANG SCHEERER

Rio de Janeiro. In der „Future Arena“ haben die deutschen Handballer den ersten Schritt zu einer vielversprechenden olympischen Zukunft in Rio gemacht. Und das gegen sehr starke Schweden. Die Europameister schlugen das Team des Olympia-Zweiten von London 2012 in einem Spiel mit Licht und Schatten dank großem Kampfgeist 32:29 (18:15).Das Duell war ähnlich eng wie beim 27:26-Erfolg während der EM-Hauptrunde in Breslau. Apropos: Die Polen sind morgen (16.30 Uhr/ZDF) zweiter Gruppengegner der DHB-Auswahl.

Der Erfolg gegen Schweden gibt nach einem blassen Olympia-Countdown mit Testspiel-Niederlagen zusätzliches Vertrauen. Das weiß auch Dagur Sigurdsson: „Heute war ein sehr wichtiger Tag, ich bin erleichtert“, sagte der Trainer und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Denn die „Bad Boys“ mussten eine Menge investieren, behielten im Schluss-Krimi der Partie aber die Nerven.

Kurz dauerte es, um nach 0:2- und 1:4-Rückstand in dieses schwierige erste Spiel zu kommen. Eine besondere Herausforderung auch wegen der Erwartungshaltung: Das Team um den Mannheimer Kapitän Uwe Gensheimer zählt nach dem EM-Triumph gegen Spanien zu den großen Medaillenfavoriten.

Linksaußen Gensheimer sorgte vor den Augen seiner Mutter und Großmutter, die er beide am Ende glücklich umarmte und küsste, selbst mit dem Treffer zum 6:5 (11. Spielminute) für die erste deutsche Führung. Und auch beim etwas zähen Auftakt zur zweiten Halbzeit brach er mit dem 19:16 (35.) den Bann, kurz darauf gelang der Vier-Tore-Vorsprung. Nach seinem EM-Ausfall wegen eines Muskelfaserrisses in der Wade brennt Gensheimer besonders auf die große Chance im olympischen Turnier. Und es geht auch darum, den deutschen Handball neu zu positionieren nach der verpassten London-Qualifikation 2012. Der Europameister machte jedenfalls einen insgesamt soliden Eindruck, auf den Mittelblock war meistens Verlass, es gab einige schöne Spielzüge. Und ein junger Mann vom VfL Gummersbach zeigte vor allem vor der Pause hinten und vorne seine Klasse: Immer wieder gelangen Julius Kühn fulminante Tore. Am Ende war der 23-Jährige, der bei der Europameisterschaft in Polen kurzfristig für den verletzten Christian Dissingen nachnominiert worden war, mit acht Treffern sogar bester Schütze.

Als es bei 20:19 enger wurde, ließ sich Sigurdssons Team zunächst nicht aus der Ruhe bringen. Paul Drux, Hendrik Pekeler und Gensheimer demonstrierten mit drei schnellen Toren zum 23:19, dass sie in der Lage sind aufzudrehen. Und als Schweden dann gar zum 23:23 und 25:25 ausglich, übernahm Rechtsaußen Tobias Reichmann mit insgesamt vier Treffern die Initiative. Ein besonders umjubeltes Tor vor 7800 Zuschauern, darunter zahlreiche deutsche Fans, gelang Torhüter Andreas Wolff, dem EM-Helden, bei einem Wurf übers komplette Feld (23.). Kurz vor dem Ende war einmal mehr auf den 25-Jährigen Verlass, als er beim 30:27 (58.) einen ganz wichtigen Ball hielt.

Bitter für die Schweden, bei denen Jerry Tollbring mit acht Toren bester Werfer war: der frühe Ausfall von Supertalent Lukas Nilsson. Der erst 19 Jahre alte Könner auf der Schlüsselposition im linken Rückraum musste nach einer Abwehraktion, bei der er ohne Fremdeinwirkung ausgerutscht war, raus und kam nicht zurück. Nach der Behandlung hatte er einen dicken Verband mit Eisbeuteln um den rechten Knöchel. Dem künftigen Kieler Bundesligaspieler droht auch der Ausfall im nächsten Spiel gegen Ägypten. Schwedens Abwehrchef Tobias Karlsson sah gestern nach drei Zeitstrafen außerdem die Rote Karte (39.).

Neun Zeitstrafen handelte sich das deutsche Team ein, bei dem vieles neu ist, auch die Olympia-Premiere. Eigentlich verfügt nur ein Duo über olympische Erfahrung: Der heutige Teammanager Oliver Roggisch, der aus Villingen-Schwenningen stammt, war 2008 in Peking dabei. Die Mannschaft um Kreisläufer Christian Schwarzer und Torhüter Henning Fritz verlor erst im Endspiel gegen Kroatien und holte Silber. 2004 spielte Dagur Sigurdsson in Athen für die Isländer, die Neunte wurden. Im Team damals übrigens auch der neue Trainer des Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten: Runar Sigtryggsson. Der 44-Jährige drückt ganz sicher seinem ehemaligen Mitspieler Sigurdsson und dem Balinger Martin Strobel die Daumen fürs olympische Turnier.

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08.08.2016, 06:00 Uhr
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