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BÖRSENPARKETT: Enttäuschte Anleger

07.12.2015
  • ROLF OBERTREIS

Mit der Jahresend-Rally ist es erstmal nichts. Bis auf 11 319 Punkte kletterte der Deutsche Aktienindex Dax am Donnerstag, bevor er bis auf 10 780 Zähler abrutschte, ein Minus von mehr als 4,5 Prozent. Wer ist schuld? Fast geschlossen zeigen Börsianer und Analysten auf einen Mann: Mario Draghi. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) habe sie schwer enttäuscht. Schwer wie noch nie. Der Italiener und der EZB-Rat haben sich in ihrer jüngsten Sitzung erdreistet, die Geldschleusen nicht so weit zu öffnen wie Börsianer erwartet hatten.

Die Reaktionen der Börse sind bemerkenswert. Offenbar schauen die Experten weniger auf die Unternehmen, deren Aktien sie handeln, oder auf die Konjunktur als auf die EZB. Aus ihrem Tropf soll stetig der Saft rinnen, der die Aktienkurse treibt. Interessante Auffassung. Die aber nur wenige Experten kritisch bewerten. "Mario Draghi hat dem Markt gezeigt, dass er sich nicht vollständig vor den Erwartungskarren spannen lässt", stellt Dwight Bolden vom Bankhaus Metzler fest.

Nach Ansicht von Andreas Hürkamp, Aktienstratege der Commerzbank, hat der Dax ohnehin nur eine Verschnaufpause eingelegt. Wegen höherer Exporte und gestiegener Dividenden könne es im ersten Halbjahr 2016 neue Dax-Rekorde geben, meint er.

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07.12.2015, 08:30 Uhr
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