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Stuttgart

BKA sieht beim Kiesewetter-Mord keinen Islamismus-Bezug

Für das BKA gibt es keine Hinweise auf eine Kooperation von Islamisten mit dem rechtsterroristischen NSU-Trio bei der Ermordung der Polizistin Michèle Kiesewetter 2007 in Heilbronn.

22.09.2017
  • dpa/lsw

Stuttgart. Ein Beamter des Bundeskriminalamtes (BKA) schilderte am Freitag vor dem NSU-Untersuchungsausschuss im Landtag in Stuttgart, wie die Handy-Daten aus den Funkzellen in Heilbronn rund um den Mord ausgewertet wurden. Medien hatten berichtet, dass zwei Nummern mit islamistischem Bezug aufgetaucht waren. Der Beamte kam aber zu dem Schluss: «Es bleibt von diesen Rufnummern mit einem Islamismusbezug nichts übrig.» Es gebe keinen greifbaren Ermittlungsansatz.

Es war spekuliert worden, Personen aus dem Umfeld der islamistischen Sauerlandgruppe hätten sich am Tattag, dem 25. April 2007, in Heilbronn aufgehalten. Aus dem Grund seien, so wurde vermutet, auch Mitglieder eines US-Geheimdienstes in der Stadt gewesen. Kiesewetter und ihr Kollege seien bei einer Zünderübergabe dazwischengekommen, lautete die Theorie. Dafür fand der NSU-Ausschuss in Stuttgart aber bislang keine Belege. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass Kiesewetter von den Rechtsterroristen des «Nationalsozialistischen Untergrundes» (NSU) erschossen wurde, die für insgesamt zehn Morde zwischen 2000 und 2007 in Deutschland verantwortlich sein sollen.

Der BKA-Beamte sagte, das Handy mit der einen Nummer mit angeblichem Islamismusbezug sei nicht in der Heilbronner Funkzelle gewesen, sondern von dort aus angerufen worden - von wem, sei unklar. Die Nummer war auch in einem Ermittlungsverfahren wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung mit Islamismusbezug aufgetaucht. Es handelte sich dabei aber um ein türkisches Reisebüro. Das Handy mit der zweite auffällige Nummer war zwar am Tattag in der Heilbronner Funkzelle eingeloggt, bewegte sich aber nach Darstellung des BKA-Beamten weg vom Tatort. Die Nummer war im Ermittlungsverfahren zur islamistischen Sauerlandgruppe registriert. Sie wurde später im BKA gelöscht - nach Angaben des BKA-Beamten wohl deshalb, weil sie nicht relevant war. Der Anschlussinhaber könne heute nicht mehr ermittelt werden.

Die Sauerlandgruppe wollte Terroranschläge auf Discos, Flughäfen und US-Einrichtungen in Deutschland verüben. Sie flog auf - die Mitglieder wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Eines der damaligen Mitglieder sagte am Freitag im Ausschuss, es sei «absurd», einen Zusammenhang zwischen Sauerlandgruppe und dem NSU herstellen zu wollen. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Kontakt von irgendeinem von uns in diese Richtung gegeben hätte.»

Der NSU-Untersuchungsausschuss im Landtag betrachtet Bezüge der Rechtsterroristen nach Baden-Württemberg. Das Gremium soll im Sommer 2018 seine öffentliche Beweisaufnahme abschließen und im Oktober 2018 seinen Abschlussbericht vorlegen.

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22.09.2017, 07:25 Uhr | geändert: 22.09.2017, 16:52 Uhr
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